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Sammlung Mathematischer Modelle und Instrumente

Allgemein
BezeichnungSammlung Mathematischer Modelle und Instrumente
UniversitätGeorg-August-Universität Göttingen
UniversitätsortGöttingen
Museums- und SammlungsartNaturwissenschaft & Technik
Museums- und SammlungsformLehrsammlung
SammlungsschwerpunktGeodäsie · Markscheidewesen · Mathematik · Wissenschaftsgeschichte
Externe Links
AdresseGeorg-August-Universität Göttingen
Mathematisches Institut
Bunsenstraße 3-5
37073 Göttingen
ÖffnungszeitenMo-Fr 8 - 20 Uhr
KontaktProf. Dr. Laurent Bartholdi (Kurator)
laurent.bartholdi@gmail.com
Telefon: +49 (0) 551 39 7826
Prof. Dr. Ina Kersten
kersten@uni-math.gwdg.de
BeschreibungDie Göttinger Universität verfügt nicht nur über eine bedeutende Sammlung historischer mathematischer Modelle in Deutschland, sondern auch über die umfangreichste. Zusätzlich gibt es einige Lehrtafeln, Geräte und Instrumente sowie eine Sammlung von Diapositiven. Unter diesen Objekten befinden sich u.a. einige wenige Überbleibsel der längst verschrotteten Göttinger Rechenanlagen, von denen die sogenannte kleine G1 ab 1952 als erste elektronische Anlage in Deutschland im Einsatz war. Die Sammlung verfügt circa über 550 Objekte.

Website des Instituts 
Stand der InformationenJanuar 2012
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungEs wurde ein online-Katalog erstellt, der seit Juli 2006 für die Öffentlichkeit zugänglich ist. 
Bedeutende TeilbeständeEs gibt keine Informationen zu Teilbeständen.
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1850 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteIm Jahre 1850, noch zu Lebzeiten des herausragendsten Mathematikers seiner Zeit, Carl Friedrich Gauß (1777-1855), erfolgte durch die Hannoversche Regierung die Gründung des Mathematisch-physikalischen Seminars, aus dem dann 1922 das heutige mathematische Institut hervorgegangen ist. Während der ersten Jahre wechselte die Leitung des Seminars zwischen Johann Benedikt Listing (1808-1882) , Moritz Abraham Stern (1807-1894), Georg Karl Justus Ulrich (1798-1879) und Heinrich Weber (1842-1913), die zusammen auch den Vorstand des Seminars bildeten, wobei Stern aufgrund der Akten der Hauptinitiator zu dessen Errichtung gewesen sein dürfte.

1875 wird Hermann Amandus Schwarz (1843-1921) von Zürich nach Göttingen berufen. Mit dem Tod von Ulrich übernimmt er auch die Leitung der "Sammlung mathematischer Instrumente und Modelle". Letztere besaß, wie das mathematisch-physikalische Seminar, Institutscharakter, indem beide einen eigenen Etat aufwiesen und über beide in der ab 1888 erschienenen Chronik der Universität jeweils jährlich in speziellen Rubriken berichtet wurde.

Die Sammlung mathematischer Instrumente und Modelle war aus der alten Modell- und Maschinenkammer hervorgegangen, die eher eine technische Ausrichtung besaß. Die ältesten Modelle sind auf Abraham Gotthelf Kästner (1719-1800) zurückzuführen, der neben Mathematik auch viele andere Gebiete von der Astronomie bis zur Literatur vertreten hat.

Die Modellsammlung gehörte zu den ältesten Universitätsinstituten und stand zunächst oft unter der Aufsicht des jeweiligen Direktors des physikalischen Apparats (Kabinetts), was zu einer gewissen Vermengung der Sammlungsgüter und zu häufigen Streitereien um das Benutzungsrecht der in den Sammlungen enthaltenen mathematischen Instrumente führte. 1832 wird eine von Bernhard Friedrich Thibaut (1775-1832) vermachte Sammlung geodätischer Instrumente in die Modellsammlung integriert. Ab 1865 stand der Modellsammlung im Auditoriengebäude am Weender Tor ein geräumiger Saal zur Aufstellung ihres Sammlungsgutes zur Verfügung.

Die Modellsammlung erlitt im Laufe der Jahre tiefgreifende Veränderungen, indem mehrmals größere Bestände von alten oder nicht mehr gebrauchten Modellen und Instrumenten an andere Institute aber auch an Private abgegeben wurden, um Platz für die Neuanschaffungen zu erhalten. Nach der Übernahme durch Schwarz, und vor allem zur Zeit von Felix Klein (1849-1925), wurde die Sammlung mittels größerer außerordentlicher Zuschüsse sukzessive modernisiert und systematisch für den damals aufgenommenen Unterricht in darstellender Geometrie und Geodäsie ausgebaut. Den späteren Bestand der Modellsammlung kann man noch heute im mathematischen Institut bewundern, da bei der Planung des Gebäudes auf die Ausstellung der über 500 Modelle Rücksicht genommen wurde. Mit dem Weggang von Schwarz nach Berlin als Nachfolger von Karl Weierstraß (1815-1897) und der anschließenden Berufung von Heinrich Weber übernimmt Klein von Schwarz die Leitung über die Sammlung mathematischer Instrumente und Modelle und erhält zu ihrer Betreuung vom Ministerium einen persönlichen Assistenten zugebilligt.

Infolge der ständig zunehmenden Anzahl der Mathematikstudenten und Lesezimmerbenutzer war es dringend notwendig, weitere Räumlichkeiten für das Lesezimmer und für die unmittelbar benachbarte Modellsammlung zu erhalten. Hierzu wurden im Jahre 1900 die Zeichentische und Teile der Modellsammlung in die Hospitalstraße 12, in die frühere Wohnung des Direktors der Frauenklinik, verlegt. Gleichzeitig wurde die Sammlung, dank zahlreicher Gelder und Schenkungen von Seiten der Regierung, der Göttinger Vereinigung und von diversen privaten Firmen im Gesamtumfang von über 10.000 Mark, für den Unterricht in Darstellender Geometrie und Angewandter Mathematik erweitert. Hervorzuheben sind die Anschaffung von Modellen zur Darstellenden Geometrie und von geodätischen Instrumenten, die Übernahme einer Sammlung von Instrumenten zur Nautik und zur Markscheidekunde sowie die Einrichtung von Projektionsmöglichkeiten im Auditoriengebäude.

1903 wird die Sammlung mathematischer Instrumente und Modelle unterteilt in eine Abteilung A für mathematische Modelle (unter der Direktion von Felix Klein) und eine Abteilung B für graphische Übungen und mathematische Instrumente (unter Schilling). Die Abteilung B wird 1904 nach dem Weggang von Carl Schilling (1857-ca.1933) dem neu berufenen Ordinarius Carl Runge (1856-1927) unterstellt und geht institutionell aufgewertet als "Abteilung für angewandte Mathematik" in dem neu gegründeten Doppelinstitut für angewandte Mathematik und Mechanik auf. Diesem werden nach dem Umzug der physikalischen Institute in die Bunsenstraße um 1905 die Räumlichkeiten des alten physikalischen Instituts am Leinekanal zugewiesen. Damit ergab sich für die unter immer stärkerer Raumnot leidende Mathematik die höchst unerfreuliche Situation, dass der mathematisch-physikalische Lehrbetrieb diametral über die ganze Stadt verteilt war. Es erstaunt deshalb nicht, dass schon zu Kleins Zeiten der Wunsch nach einem neuen mathematischen Institut auftauchte.

Das Arbeitsgebiet des Göttinger Mathematikers Richard Courant (1888-1972) war die mathematische Physik, stets propagierte er, ganz im Sinne seines Vorgängers Felix Klein, die Öffnung der Mathematik zu den Anwendungen, in dessen Fußstapfen er auch als Organisator der Wissenschaft trat. Nachdem sich die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät 1922 aus der Philosophischen Fakultät herausgelöst hatte, wurden auf Courants Betreiben das mathematische Lesezimmer und die Sammlung mathematischer Instrumente und Modelle zum mathematischen Institut zusammengefasst. Courant, David Hilbert (1862-1943) und Edmund Landau (1877-1938) wurden Direktoren des Instituts, wobei Courant die Geschäftsführung übernahm und bis 1933 behielt.

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