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Archäologische Sammlung

Allgemein
BezeichnungArchäologische Sammlung
UniversitätUniversität Rostock
UniversitätsortRostock
Museums- und SammlungsartGeschichte & Archäologie
Museums- und SammlungsformLehrsammlung
SammlungsschwerpunktArchäologie · Historische Hilfswissenschaften · Klassische Altertumswissenschaft · Klassische Archäologie · Kunst · Numismatik
Externe Links
AdresseUniversität Rostock
Heinrich-Schliemann-Institut für Altertumswissenschaften
Schwannsche Straße 3
18051 Rostock
ÖffnungszeitenNach Vereinbarung
KontaktDr. Jutta Fischer (Kustodin)
jutta.fischer@uni-rostock.de
Telefon: +49 (0) 381 498 2782
BeschreibungBei der Archäologischen Sammlung der Universität Rostock handelt es sich um eine Lehrsammlung, die Anschauungsmaterial verschiedener Zeiten und Herkunft für den akademischen Unterricht bereitstellt und den Studierenden ermöglicht, an exemplarischen Proben Gegenstände ihres Studienfaches im Original oder in Abformung kennenzulernen und daran erworbenes Fachwissen zu überprüfen. Seit 2009 gehört auch die Archäologische Studiensammlung der Universität Greifswald, die als Dauerleihgabe an das Heinrich-Schliemann-Institut für Altertumswissenschaften gekommen ist, dazu.

Die Archäologische Sammlung umfasst drei zentrale Bestandsgruppen: die Originalsammlung ägyptischer, griechischer und römischer Altertümer - mehrheitlich Kleinkunst und einige großformatige Marmorwerke; eine Gipsabguss-Sammlung nach antiken Skulpturen und Reliefs (ehem. Großherzoglich Mecklenburgische Sammlung) sowie ein Münzkabinett mit unterschiedlich umfangreichen Beständen griechischer, römischer, orientalischer und neuzeitlicher Münzen und einigen wenigen Medaillen. 
Stand der InformationenOktober 2010
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungDie Sammlung ist gesichert und in entsprechenden Räumlichkeiten untergebracht, die von interessierten Forschern besucht werden können. Eine Erfassung bzw. Erschließung durch einen Katalog ist geplant und erwünscht, steht jedoch noch aus. Einzelne Kataloglisten liegen vor. 
Bedeutende TeilbeständeEs gibt keine Informationen zu Teilbeständen.
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1881 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteDie Lehrsammlung des Archäologischen Seminars in Rostock entstand mit der Einrichtung des ersten Lehrstuhls für Klassische Archäologie im Jahre 1881. Der erste Lehrstuhlinhaber war Gustav Körte (1852-1917), der sich auch um den Aufbau der Lehrsammlung bemühte. Die ersten Gipse waren kurz vor der Einrichtung des Lehrstuhls erworben worden. Bis zur Jahrhundertwende war der Bestand der Lehrsammlung auf über hundert Objekte angewachsen. Zwischen den Jahren 1917 und 1919 erfuhr die Sammlung einen entscheidenden Zuwachs durch die Übernahme der Gipse der ehemals Großherzoglich-Schweriner Gipsabguss-Sammlung. Diese Sammlung war im Auftrag von Friedrich Franz II. (1823-1883) zwischen 1870 und 1885 von Friedrich Schlie (1839-1902), dem späteren Museumsdirektor von Schwerin, zusammengestellt und in einen Katalog beschrieben worden. In der Nachkriegszeit wurde die Sammlung durch unsachgemäße Handhabung fast vollständig zerstört und einige letzte Abgüsse schließlich an die Humboldt-Universität zu Berlin gegeben, wo sie in Kellern weiteren Schaden erfuhr. In den letzten Jahren wurden die Reste der Sammlung restauriert und in sanierten Räumlichkeiten auf dem Dachboden der Universität untergebracht, um auf diese Weisen den Grundstein für eine Abguss-Sammlung in Rostock zu legen.

Den Grundstock der Originale der Sammlung bildeten Schliemann-Dubletten, die um die Jahrhundertwende an fast alle deutschsprachigen Universitäten abgegeben wurden. Ein Teil der Sammlung aus den Schliemann Funden in Troja wird heute in einer Gedenkstätte in Neubukow, dem Geburtsort von Schliemann gezeigt. In den Jahren 1906 und 1910 schenkte die Deutsche Orient-Gesellschaft der Universität eine Kollektion von 80 ägyptischen Altertümern aus spätrömischer und byzantinischer Zeit. Vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs gelangten durch eine Schenkung auch Artefakte provinzialrömischer Keramik aus Mainz und Fundstücke eines römischen Töpferortes aus Waiblingen/Württemberg. Der Archäologe Rudolf Pagenstecher (1886-1921) konnte die Originalsammlung erheblich erweitern, als er 1918 die Sammlung von Karl Herold mit über 400 aus Unterägypten stammenden Artefakten verschiedener Genres erwerben konnte. 1920 kaufte er in Florenz und Neapel weitere Keramikfunde. Zudem gelangten durch einige Schenkungen weitere Originale in die Sammlung, wie z.B. durch die 1920 in die Sammlung gelangten Stücke der Sammlung Bruno Schröder (1878-1934) aus Berlin. Anfang der 1950er Jahre hatte der langjährige Lehrstuhlinhaber Gottfried von Lücken (1883-1976) auf einem Gutshof sieben Marmorwerke aus spätrömischer Zeit gefunden und in die Sammlung eingebracht.

Das Münzkabinett der Sammlung geht auf den berühmten Orientalisten Oluf Gerhard Tychsen (1734-1815) zurück, und war zunächst eine autonome wissenschaftliche Einrichtung, ehe diese der archäologischen Sammlung eingegliedert wurde. Die bis ins 19. Jahrhundert systematisch ergänzte Sammlung umfasste zuletzt 28.000 Stücke. Durch Auslagerung bei Kriegsende im Jahre 1945 wurde die Sammlung auf 9.000 Stücke dezimiert. Heute ist die Sammlung in zwei Münzschränken untergebracht und wird sowohl in der Forschung als auch in der Lehre immer wieder eingesetzt. 
  
Publikationen
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