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Sammlungen des Fachgebiets Lagerstättenforschung*

Allgemein
BezeichnungSammlungen des Fachgebiets Lagerstättenforschung*
Besonderer Status*Nicht mehr an Universität
UniversitätTechnische Universität Berlin
UniversitätsortBerlin
Museums- und SammlungsartNaturwissenschaft & Technik
Museums- und SammlungsformLehr- und Forschungssammlung
SammlungsschwerpunktBergbauwesen · Geologie · Geowissenschaften · Lagerstättenkunde · Mineralogie · Petrologie
Externe Links
AdresseBGR-Dienstbereich Berlin
Wilhelmstr. 25-30
13593 Berlin (Spandau) 
KontaktDr. Angela Ehling (BGR), Jana Seltenheim (BGR)
Angela.Ehling@bgr.de
Jana.Seltenheim@bgr.de
Telefon: +49-(0)30-36993-412, +49-(0)30-36993-401
Fax: +49-(0)30-36993-100
BeschreibungDas Fachgebiet Lagerstättenforschung des Fachbereichs Bergbau und Geowissenschaften wurde 2004 aufgelöst. Es verfügte über eine umfangreiche Sammlung von mineralischen Rohstoffen (Erze, Gesteine, Minerale) aus Lagerstätten fast aller Kontinente, die heute noch teilweise am Institut für Angewandte Geowissenschaften zu finden ist.

Nur ein sehr kleiner Teil der Sammlung geht - wie der Etikettierung zu entnehmen ist - noch auf den Bestand der 1916 als "Abteilung für Bergbau" der damaligen Technischen Hochschule eingegliederten Bergakademie zurück. Dazu gehören auch kleine Reste der Sammlung für Lagerstättenlehre, Mineralogie und Geologie. Der überwiegende Teil der Sammlung des ehemaligen Instituts für Lagerstätten- und Rohstoffkunde fiel dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer.

Die Spanne der in der heutigen Sammlung enthaltenen Belegstücke - insgesamt mehr als 20.000 Objekte - reicht von den Eisenerzen bis zu den Edelmetallen, von den Industriemineralien und -gesteinen bis zu den Salzen und Kohlen.

Besonders vielfältig und überwiegend mit großformatigen, besonders repräsentativen Schaustücken sind viele der heute nicht mehr im Abbau stehenden Lagerstätten des Erzgebirges, des Harzes und anderer klassischer mitteleuropäischer Bergbauregionen vertreten.

Daneben enthält die Lagerstättensammlung aber auch hervorragendes Anschauungsmaterial aus vielen der heute wirtschaftlich bedeutenden Großlagerstätten, z.B. Südafrikas oder Südamerikas. Im Mittelpunkt stehen dabei immer der "normale" mineralische Rohstoff, wie ihn die Bergwerke produzieren und nicht die prächtige, aber untypische mineralogische Rarität.

Die Sammlung wird größtenteils auch heute noch in der Lehre eingesetzt und ist mit allen anderen geowissenschaftlichen Sammlungen der Technischen Universität Berlin unter einem Dach vereint. 2010 wurden ca. 8.000 Proben der Lagerstättensammlung der TU Berlin in die Sammlung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Berlin integriert.

Germann, 1991 
SonstigesDie Lagerstätten-Sammlung steht zur Zeit im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeiten in den BGR-Sammlungen in Berlin. Sie bildet zusammen mit der Sammlung „Technische Gesteine und Produkte“ die Basis für den Aufbau des „Infozentrums Georohstoffe im Alltag“ (siehe Projekte). 
Stand der InformationenFebruar 2013
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungDie Sammlung ist zum Teil erschlossen. 
Bedeutende Teilbestände
  • Lagerstättenbestände Erzgebirge, Harz und andere klassische mitteleuropäische Bergbauregionen
  • Großlagerstättenbestände: z.B. Südafrika, Südamerika
  • Repetitions-Sammlung
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1860 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteIm Januar 1770 wurde der königliche Auftrag zur Einrichtung einer Bergakademie erteilt. Mit Gründung der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin (heute Humboldt-Universität) 1810 entwickelte sich eine Konkurrenzsituation, die dazu führte, dass die Zuhörer die dortigen naturwissenschaftlichen und mathematischen sowie rechts- und staatswissenschaftlichen Vorlesungen bevorzugt besuchten. Der Lehrbetrieb an der Bergakademie wurde daraufhin eingeschränkt. Erst 1860 wurde nach einem langen Schattendasein die alte Bergakademie als Königliche Bergakademie zu Berlin wieder hergestellt. Grund war die sich durchsetzende Überzeugung, dass eine gründliche, allumfassende theoretische Ausbildung notwendig ist, um den Anforderungen des Industriezeitalters zu entsprechen.

Zu dieser Zeit wurden nicht nur neue Lehrkräfte gewonnen, es wurden auch neue Sammlungen angelegt und die bestehenden ausgebaut. Auch die Geowissenschaftlichen Sammlungen der Bergakademie haben hier ihren Ursprung, obwohl ein Grundteil der Objekte bereits vorher vorhanden war. Dabei muss zwischen Mineralogisch-geologischer Sammlung und der Sammlung der Lagerstättenkundler unterschieden werden. Deshalb folgt im weiteren ein getrennter historischer Abriss:

Zur Mineralogisch-geologischen Sammlung:
Unter der Ägide von Christian Ernst Weiss (1833-1890) erlebte die Mineralogisch-geologische Kollektion ihre erste Blüte. Im Jahre 1872 wurde Weiss als Dozent für Mineralogie nach Berlin an die Bergakademie gerufen. 1873 wurde die Geologische Landesanstalt geschaffen, die dann mit der Bergakademie zu einem Ganzen verschmolzen wurde. Die vereinigten Sammlungen beider Anstalten wuchsen im Laufe der Zeit durch Materialien verschiedenster Provenienz an.
Im Jahre 1907 wurde die Königliche Bergakademie zu Berlin wieder als eigenständige Institution eingerichtet, die dann 1916 der Königlich Technischen Hochschule zu Berlin angegliedert worden ist. Die königliche geologische Landesanstalt zu Berlin wurde 1919 zur Preußischen geologischen Landesanstalt, die wiederum 1939 in Reichsstelle für Bodenforschung umbenannt wurde.

Nach der Angliederung der Bergakademie an die Königlich Technische Hochschule wurde die Kollektion als Mineralogische Sammlung der Bergbau-Abteilung in den Räumen 313 und 317 aufgestellt, wobei im ersten Raum die Repetitions-Sammlung untergebracht war. Erster Vorsteher der Kollektion an der Technischen Hochschule war der Bergrat und Mineraloge Professor Dr. Robert Scheibe (1859-1923). Professor Scheibe wurde 1895 zum Nachfolger von Christian Ernst Weiss an der Bergakademie Berlin ernannt, wo er bereits dozierte.

Nach dem Tod von Robert Scheibe übernahm kurzfristig der Mineraloge und Chemiker Professor Dr. Wilhelm Eitel (1891-1979) die Sammlung. Im Jahre 1927 wurde der Mineraloge und Petrologe Karl Hermann Scheumann (1881-1964), der auch in Leipzig lehrte, ebenfalls für nur kurze Zeit Verantwortlicher der Kollektion. Auf dessen Anregung hin, war Julius Hirschwalds (1845-1928) „Minerlogisch-Geologisches Institut“ der Abteilung für Chemie und Hüttenkunde und Robert Scheibes „Institut für Mineralogie und Petrographie“ der Abteilung für Bergbau zu einem einzigen Institut für Mineralogie und Petrographie vereint worden.

Die Nachfolge Scheumanns, der nun ganz nach Leipzig wechselte, übernahm der Professor für Mineralogie Walter Schmidt (1885-1945) ab 1930. Schmidt wurde im April 1945 noch zum Volkssturm gezogen und überlebte den Krieg nicht. Große Teile der Sammlung gingen in den Kriegswirren verloren.

Zur Sammlung für Lagerstättenlehre:
Franz Beyschlag (1856-1935) kann als Initiator dieser Sammlung gelten. Ab 1883 als Mitarbeiter von Professor Christian Ernst Weiss auch für die Mineraliensammlung verantwortlich, hielt Beyschlag ab 1892 selbst Vorlesungen über Lagerstättenkunde. Ab 1901 hielt auch Paul Krusch (1869-1939) Vorlesungen zur Lagerstättenkunde. Mit der Einverleibung der Bergakademie in die Technische Hochschule 1916 erscheint auch erstmals die Sammlung für Lagerstättenlehre im Vorlesungsverzeichnis. Ihr erster Vorsteher war Paul Krusch. Sie war im Raum 408 untergebracht.

Nach Kruschs Austritt aus der akademischen Lehre 1918 (er widmete sich fortan der praktischen Lagerstättenforschung an der geologischen Landesanstalt, deren Präsident er von 1923 bis 1933 war) blieb die Stelle als Vorsteher für einige Jahre vakant. Erst 1921 übernahm Erich Harbort (1879-1929), ebenfalls Professor für Lagerstättenkunde, für sechs Jahre die Sammlung. Nach einigen Interimsvorstehern, u.a. Walter Schmidt (1885-1945), Professor für Mineralogie, und dem Lagerstättenkundler Friedrich Karl Drescher-Kaden (1894-1988) wurde 1938 die Sammlung in eine reine Lehrsammlung und in ein wissenschaftliches Lagerstättenarchiv geteilt:
Richard Stappenbeck (1880-1963), der auch an der Berliner Universität Paläontologie und Geologie dozierte, übernahm die Lehrsammlung und der Petrograph Ferdinand Bernauer (1892-1945) das Lagerstättenarchiv.

Nach dem Krieg wurden aus den noch vorhandenen Resten und einigen Neuzugängen die Sammlungen wieder geformt. Vor allem der unermüdlichen Sammlungs- und Akquisitionstätigkeit von Martin Donath (1901-1965), der zwischen 1954 und 1965 den Lehrstuhl für Lagerstättenforschung und Rohstoffkunde innehatte, und seines Nachfolgers, dem Mineralogen Albrecht Wilke (1912-2000), ist es zu verdanken, dass die Sammlungen nach dem Krieg wieder für den Einsatz in Lehre und Forschung aufgebaut werden konnten.

Strunz, 1970; Germann, 1991; Matheis, 2002 
ArchivalienVorlesungsverzeichnis der Königlichen Bergakademie zu Berlin
Vorlesungsverzeichnisse der Königlich Technischen Hochschule bzw. Technischen Hochschule Berlin 
  
Publikationen
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