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Sammlungen des Physikalischen Instituts*

Allgemein
BezeichnungSammlungen des Physikalischen Instituts*
Besonderer Status*Verbleib unbekannt
UniversitätTechnische Universität Darmstadt
UniversitätsortDarmstadt
Museums- und SammlungsartNaturwissenschaft & Technik
Museums- und SammlungsformHistorische Sammlung
SammlungsschwerpunktPhysik · Wissenschaftsgeschichte
Externe Links
BeschreibungDie Technische Hochschule in Darmstadt verfügte in der Vergangenheit neben zahlreichen anderen Sammlungen auch über eine physikalische. In dem zwischen 1893 bis 1895 durch Erwin Marx (1841-1901) erbauten Institutsgebäude der Elektrotechnik und Physik befanden sich zur Gründungszeit im Obergeschoss des westlichen Pavillons u. a. der Hörsaal für Physik mit angrenzendem Vorbereitungszimmer sowie den dahinter liegenden Sammlungsräumen. Diese Bereiche waren für die Lehre vorgesehen. Nach Fertigstellung eines eigenen Hörsaalbaus für Physik zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Physikalische Sammlung in das Sockelgeschoss des neuen Gebäudes verlegt. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Hörsaal zerstört. Über den weiteren Verbleib der Sammlung ist derzeit nichts bekannt.

Schering und Zeißig, 1908; Nägelke, 2000 
  
Bestände
Objektgruppen
Bedeutende Teilbestände
  • Vorlesungs-Sammlung: physikalische Apparate zum Gebrauch in den Vorlesungen; bei der Eröffnung des neuen Physikalischen Instituts 1895 in 16 Glasschränken untergebracht
  • Praktikums-Sammlung: physikalische, in Glaskästen aufbewahrte Instrumente zum Gebrauch im Praktikum; u.a. Galvanometer, Magnetometer, Elektrometer und Waagen
  • Historische Apparate-Sammlung: "Instrumente ..., welche durch neuere und bessere Konstruktionen ersetzt wurden" sowie "diejenigen Apparate ..., welche für besondere wissenschaftliche Arbeiten angefertigt worden sind"; bei der Eröffnung des neuen Physikalischen Instituts 1895 in einem Saal im Dachgeschoss des Gebäudes aufgestellt

Lepsius, 1895
  
Geschichte
Personen
GeschichteIm Zuge des sich seit Mitte der 1880er Jahre rasant entwickelnden Hochschulbetriebes in Darmstadt begannen ab 1893 intensive Bauarbeiten zur Errichtung eines neuen zentralen Hauptgebäudes sowie zweier Institutsneubauten für das Elektrotechnische und das Physikalische Institut auf der einen Seite sowie für das Chemische, das Chemisch-technische, das Elektrochemische und das Pharmakognostische Institut auf der anderen. Vor allem die sich rasch entwickelnden Fächer Elektrotechnik und Physik machten dringend räumliche Erweiterungen erforderlich; das weltweit erste Institut für Elektrotechnik war erst 1882 unter der Leitung von Erasmus Kittler (1852-1929) und mit hoher finanzieller Unterstützung durch die Stadt in Darmstadt errichtet worden.

Einen gemeinsamen Neubau konnten die Institute für Physik bzw. Elektrotechnik im Jahre 1895 beziehen. Das Gebäude bestand aus drei Stockwerken, ein Sockel-, ein Erd- sowie ein Obergeschoss, sowie einem einstöckigen Anbau für die Maschinenhalle des Elektrotechnischen Instituts. Der westliche Teil der Einrichtung wurde durch das Physikalische, der östliche Teil hingegen durch das Elektrotechnische Institut genutzt. Beide Institute besaßen jeweils einen großen Hörsaal im Obergeschoss. Hier befand sich auch die Physikalische Sammlung, die in den Räumen Nr. 104 und Nr. 105 Platz gefunden hatte. In 16 großen Glasschränken war „derjenige Teil der Sammlung von Apparaten untergebracht, welcher in den Vorlesungen benutzt wird“. „Die den Zwecken des Praktikums dienenden Instrumente dagegen“ waren entweder in den Vorbereitungszimmern Nr. 106 und Nr. 108, „durch Glaskästen geschützt, dauernd aufgestellt, wie Galvanometer, Magnetometer, Elektrometer und Waagen, oder stehen in den betreffenden Zimmern in Schränken aufbewahrt“. In Zimmer Nr. 106 endete auch ein Aufzug für den Instrumenten-Transport zwischen den einzelnen Etagen. Darüber hinaus gab es im Obergeschoss noch einen kleineren Hörsaal sowie einen „für die ‚historische Sammlung’ von Apparaten bestimmten Saal im Dachgeschoss“, welche zur Nutzung durch beide Institute bestimmt waren. „Im letzteren Saal werden von Seiten des physikalischen Institutes nicht nur diejenigen Instrumente aufgestellt, welche durch neuere und bessere Konstruktionen ersetzt wurden, sondern auch diejenigen Apparate geordnet aufbewahrt, welche für besondere wissenschaftliche Arbeiten angefertigt worden sind.“

Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts der neue Hörsaalbau des Physikalischen Instituts bezogen wurde, verlegte man die Sammlungen in das Sockelgeschoss des neuen Gebäudes; denn "die Größe des zur Verfügung stehenden Geländes reichte nicht aus, Sammlung und Hörsaal in dem gleichen Geschoß unterzubringen, wie das wohl am Wünschenswertesten ist; die Sammlungsräume liegen vielmehr im Geschoß unter dem Hörsaal. Zur Verbindung dient außer einer Treppe ein elektrisch angetriebener Warenaufzug […], der vom Maschinenraum durch die Sammlung zum Vorbereitungszimmer neben dem Hörsaal führt. […] Wir betreten zuerst die imposante, elliptische Eingangshalle […], an die sich einerseits das Treppenhaus mit den Kleiderablagen, andererseits die Sammlung physikalischer Apparate anschließt. Neu und eigenartig ist, daß von der Eingangshalle aus ein freier Einblick in diese Sammlung durch drei große bis auf den Boden reichende Glasfenster gewährt wird. Diese Glasfenster bilden zugleich die Rückseite von Glasschränken der Sammlung. Die Eingangshalle ist durch die Büste von [Hermann Ludwig Ferdinand von] Helmholtz (1821-1894) geschmückt, die von Herrn Ingenieur Otto Helmholtz (1834-1913) in Bonn, einem Bruder des großen Gelehrten, dem Physikalischen Institut geschenkt wurde, […].

Lepsius, 1895; Schering und Zeißig, 1908 
  
Publikationen
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