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Universitätsgarten*

Allgemein
BezeichnungUniversitätsgarten*
Besonderer Status*Aufgelöst
UniversitätHumboldt-Universität zu Berlin
UniversitätsortBerlin
Museums- und SammlungsartNaturgeschichte/Naturkunde
Museums- und SammlungsformBotanischer Garten/Arboretum
SammlungsschwerpunktBiologie · Botanik
Externe Links
BeschreibungSeit 1820 wurde aufgrund der Entfernung zum Botanischen Garten in Schöneberg, der bisher Lehre diente, ein neuer Universitätsgarten eingerichtet. Nachdem der Garten mit Pflanzen aus dem Schöneberger Garten versorgt worden war, fanden Lehrende und Studierende auf dem ca. 40 Ar großen Grundstück die „wichtigsten Familien in möglichst charakteristischen Gattungen“ vor, so dass ihnen „fast das gesamte zu den Vorlesungen erforderliche lebende Pflanzenmaterial, während des Sommers nicht selten wöchentlich gegen 3000 abgeschnittene Exemplare“ zur Verfügung standen. Die Auswahl der angebauten Pflanzen richtete sich allerdings nicht ausschließlich nach den Erfordernissen botanischer Lehre: „in Rücksicht auf das Studium der Medicin und Pharmacie [wurden auch] officinelle und technisch wichtige Pflanzen“ und „Handelsgewächse“ kultiviert. Der Garten verfügte über ein Gewächshaus und zwei Erdhäuser und zählte um 1860 etwa 1.000 verschiedene Pflanzenarten, darunter etwa 500 Arten von Arznei- und Nutzpflanzen sowie 160 Baum- und Straucharten. 1913 wurde der Garten aufgehoben.

Guttstadt, 1886 
  
Bestände
Objektgruppen
Bedeutende Teilbestände
  • Arznei- und Nutzpflanzen: etwa 500 Arten
  • Bäume und Sträucher: 160 Arten
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1820 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
  • 1913 Beendung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteDie Lage der Berliner Universität in der Dorotheenstadt machte die Nutzung des Botanischen Gartens in Schöneberg für die praxisnahe Lehre umständlich. Diesem Engpass wirkte die Universität 1820 mit einem Planungsauftrag zur Anlage eines Universitätsgartens an den damaligen Inspektor des Schöneberger Gartens, Gartendirektor Otto, entgegen. Seine Entwürfe wurden auf einem 47 Ar großen eingehegten „Holz- und Zimmerplatz“ unmittelbar hinter dem Universitätsgebäude im sogenannten „Kastanienwäldchen“ unter Mitwirkung des Generaldirektors der königlichen Gärten in Potsdam und Gartenbaumeisters Peter Joseph Lenné (1789-1866) und dem Architekten Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) umgesetzt und bis 1822 abgeschlossen. Eine Kabinettsorder vom 25. Februar 1821 bestimmte die Umwandlung des Universitätsgartens in einen "öffentlichen Spaziergang" mit Anlage von offiziellen Pflanzen für das botanische Studium. In den Lehr- und Erholungszwecken dienenden Anlagen wurden um 1860 etwa 1000 verschiedene Pflanzenarten kultiviert, darunter etwa 500 Arten von Arznei- und Nutzpflanzen sowie 160 Baum- und Straucharten. Seit 1878 war Friedrich Schwendener (1828-1912), der Begründer der physiologischen Pflanzenanatomie, Direktor des Gartens. 1913 wurde der Botanische Garten aufgehoben.