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Pharmakognostische Sammlung

Allgemein
BezeichnungPharmakognostische Sammlung
UniversitätUniversität Leipzig
UniversitätsortLeipzig
Museums- und SammlungsartNaturwissenschaft & Technik
Museums- und SammlungsformHistorische Sammlung
SammlungsschwerpunktPharmakognosie · Pharmazie · Pharmaziegeschichte
Externe Links
Adresse Universität Leipzig
Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
Institut für Pharmazie - Pharmazeutische Biologie
Johannisallee 21-23
04103 Leipzig
Kontakt Dr. Steffen Rodewald
rodewald@rz.uni-leipzig.de
Telefon: +49 (0) 341 97 36 956
BeschreibungDie Pharmakognostische Sammlung wird als Anschauungsmaterial in den Vorlesungen der Pharmazeutischen Biologie am Institut für Pharmazie der Universität Leipzig genutzt. Dabei werden die Drogen in den Schaugläsern präsentiert und falls es der Zustand erlaubt auch herumgereicht.

Wahrend der vorlesungsfreien Zeit sind einige Präparate in Vitrinen im zweiten Obergeschoss im Institutsgebäude ausgestellt. Diese Objekte sind frei zugänglich.

Die heutige Sammlung baut auf die ursprüngliche des Pharmakologischen Institutes auf, die zum Teil 1943 zerstört wurde. Ein Teil der Präparate hat sich jedoch bis heute erhalten. Die ursprüngliche Sammlung war in drei Hauptabteilungen - Mineralien, Pflanzen und Tiere - gegliedert und wurde regelmäßig ergänzt und erweitert. 
Stand der InformationenDezember 2015
  
Bestände
Objektgruppen
Bedeutende Teilbestände
  • Sammlung aus der Ära Wilhelm Andreas Haase (1784-1837): um 1834 Gründung einer Lehrsammlung von Arzneimitteln und Drogen; Haase war seit 1820 ordentlicher Professor der Therapie und Arzneimittellehre; Grundstock der Pharmakognostischen Sammlung; 1943 zerstört
  • Sammlung aus der Ära Albert Braune (1799-1848): Nachfolger Haases; Vervollständigung der Lehrsammlung und Öffnung für Studenten; Großteil der Neuzugänge erwarb Braune in der Leipziger Salomon-Apotheke; Grundstock der Pharmakognostischen Sammlung; 1943 zerstört
  • Arzneimittel-Sammlung „Brückner, Lampe & Co.“: Lehrsammlung; um 1840 angelegt durch die Leipziger Drogenhandlung „Brückner, Lampe & Co.“ als Versuch, "im Sinne Humboldts alle damals bekannten einfachen Medikamente übersichtlich zusammen zu stellen"; 1943 zerstört
  • Mineraliensammlung: wertvoller Bestand von für die pharmazeutische Chemie wichtigen Mineralien; 1943 zerstört
  • Sammlung von Originalverpackungen: „verschiedene für die Warenkunde interessante Originalemballagen“; 1943 zerstört
  • Herbarien; 1943 zerstört
  • Sammlungen chemischer Präparate; 1943 zerstört
    • u.a. "eine sehr vollständige Kollektion ätherischer Öle, gestiftet von der Leipziger Firma Schimmel & Co."; 1943 zerstört
    • u.a. Sammlung von Arzneimitteln der Fabrik von Heyden in Radebeul; 1943 zerstört
Kästner, 1999
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1834 (vermutlich) Begründung als akademische Sammlung oder Institution
  • 1943 Beendung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteSeit 1834 bewilligte das Königlich Sächsische Ministerium jährlich 100 Taler für eine Sammlung von Arzneimitteln und Drogen, die Wilhelm Andreas Haase (1784-1837) zu Lehrzwecken eingerichtet hatte. Sein Nachfolger Albert Braune (1799-1848) vervollständigte die Sammlung und öffnete sie für interessierte Studenten. Den Großteil der zur steten Erweiterung der Sammlung benötigten Substanzen kaufte Haase in der Leipziger Salomon-Apotheke. Der so zusammengetragene und der Öffentlichkeit zugängliche Bestand kann als Grundstock der Leipziger Pharmakognostischen Sammlung gelten.

Aus Anlass der 12. Versammlung des Norddeutschen Apotheker-Vereins im Jahre 1840, welche Alexander von Humboldt (1769-1859) gewidmet war, machte die Leipziger Drogenhandlung Brückner, Lampe & Co. den Versuch, "im Sinne Humboldts alle damals bekannten einfachen Medikamente übersichtlich zusammen zu stellen". Auf Wunsch von Universität und Dresdener Ministerium überließ die Firma ihre Sammlung zu Lehrzwecken der Leipziger Universität. Die Unterbringung der Sammlung erfolgte in drei Zimmern eines Privathauses, welche durch das Ministerium angemietet wurden. Der Besucher konnte die unter Glas aufbewahrten Gegenstände, beispielsweise Wurzeln, Früchte, Hirschhorn oder Bibergeil, betrachten.

Im Jahre 1845 wurde die Sammlung aus dem Haus in der Katharinenstraße 329 A in den ehemaligen Konviktsaal des Mittelpaulinum verlagert. Doch immer noch war man von einer befriedigenden Übereinkunft über ihre endgültige Aufbewahrung, Nutzung und Ergänzung weit entfernt. Die sachgemäße Unterbringung der Sammlung bereitete große Probleme. Der ehemalige Konviktsaal war eine wenig befriedigende Lösung. Justus Wilhelm Martin Radius (1797-1884) gelang 1856 die Unterbringung des Museums im neu erbauten Beguinenhaus an der Universitätsstraße, wo sich zugleich ein Auditorium für seine Vorlesungen befand.

Bis zum Neubau des Leipziger Pharmakologischen Institutes, welcher 1882 durch die Fakultät beantragt und 1884 durch das Ministerium mit der Berufung von Rudolf Böhm (1844-1926) beschlossen wurde, diente dieses provisorische Institut der Aufbewahrung der Sammlung, der Lehre und der experimentellen Arbeit. In dem 1888 bezogenen Neubau des Institutes konnte die Sammlung erstmals ausreichend präsentiert werden. 1909 umfasste die Sammlung 1660 Objekte. Zur Sammlung zählten Kopale, Chinarinden, aromatische Hölzer, Gummi- und Tragantsorten sowie verschiedene Pfeilgifte. In einem zweiten angrenzenden Raum waren mehrere Herbarien und Sammlungen chemischer Präparate aufgestellt, darunter eine sehr vollständige Kollektion ätherischer Öle sowie eine Sammlung von Arzneimitteln der Fabrik von Heyden in Radebeul.

Nach 1945 verlagerte man den gesamten pharmakognostischen Unterricht an das bereits 1938 gegründete Pharmazeutische Institut, nachdem das Pharmakologische Institut im Jahr 1943, inklusive große Teile der Sammlung, zerstört worden war.

Die ursprüngliche Sammlung wurde im Verlauf des Krieges aufgeteilt. Ein ausschließlich drogenkundlicher Teil kam noch vor der Bombardierung Leipzigs 1943 an das Pharmazeutische Institut und überdauerte dort die Kriegswirren. Der mineralogische Teil wurde möglicherweise als Grundstock einer neu angelegten Sammlung des Institutes für Mineralogie genutzt.

u.a. Kästner, 1999 
  
Publikationen
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