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Präparate- und Vorlesungssammlung des Chemischen Institutes*

Allgemein
BezeichnungPräparate- und Vorlesungssammlung des Chemischen Institutes*
Besonderer Status*Verloren
UniversitätPhilipps-Universität Marburg
UniversitätsortMarburg
Museums- und SammlungsartNaturwissenschaft & Technik
Museums- und SammlungsformHistorische Sammlung
SammlungsschwerpunktChemie · Wissenschaftsgeschichte
Externe Links
BeschreibungDas ehemalige Chemische Institut der Marburger Universität verfügte um die Mitte des 19. Jahrhunderts über ein so genanntes "Kabinett für Instrumente", das durch Mineralien und Substanzen sowie Gipsbüsten ergänzt wurde. Im neuen Institutsgebäude, das 1888 eröffnet worden war, befand sich auch ein Sammlungsraum, in dem Apparate, Zeichnungen, Karten und Chemikalien untergebracht waren. Sämtliche Objekte fielen einem Bombeneinschlag während des Zweiten Weltkriegs zum Opfer.

Meinel, 1978 
  
Bestände
Objektgruppen
Bedeutende Teilbestände
  • "Kabinett für Instrumente"
  • Sammlung Hermann Kolbe (1818-1884), Institutsdirektor seit 1851: Substanzen, Mineralien, Gipsbüsten
  
Geschichte
Personen
GeschichteDas Chemische Institut in Marburg wurde im Jahre 1805 unter Ferdinand Wurzer (1765-1844) ins Leben gerufen. 1825 bezog es seine Räume im ersten Stock des Deutschen Hauses neben der Elisabethkirche. Der aus dem 13. Jahrhundert stammende Gebäudekomplex war der Universität im Anschluss an die Auflösung des Deutschen Ordens zugefallen. Die Ausstattung des Instituts war zunächst eher bescheiden. Außer einigen Glühöfen, einer Feuerstelle und wenigen Tischen soll das rund 70 qm große Laboratorium nichts enthalten haben. Zudem litt das Institut mit den Jahren immer mehr unter räumlicher Enge. Neben dem Chemischen Institut gab es in der 1850er Jahren hier auch noch eine Entbindungsklinik und Hebammenanstalt, ferner das neu gegründete Pharmazeutisch-chemische, das Zoologische und das Pharmakognostische Institut mit ihren jeweiligen Sammlungen.
Auch das Chemische Institut verfügte nach einem Gebäudeplan aus dieser Zeit über ein „Kabinett für Instrumente“. Im Zuge seines Amtsantritts als Institutsdirektor hatte Hermann Kolbe (1818-1884) die Sammlung 1851 durch Substanzen und Mineralien, die teilweise seinem Privatbesitz entstammten, ergänzt. Im Jahre 1857 erwarb Kolbe zudem eine Kiste Gipsbüsten, darunter auch eine von Albert Helbig geschaffene Büste Justus Liebigs (1803-1873), zum Schmuck des neueingerichteten Auditoriums. Über den Verbleib dieser Büsten ist heute nichts mehr bekannt.
Unter dem Direktorat von Theodor Zincke (1843-1928) konnte im Herbst 1881 ein Institutsneubau in der Bahnhofstraße eröffnet werden. Eine ausführliche Beschreibung dieses Gebäudes und seiner Ausstattung gibt ein 1885 aufgestelltes Gebäude-Inventar. Im Obergeschoss waren damals neben weiteren Räumen auch der große Hörsaal sowie ein großer Sammlungsraum untergebracht. Letzterer diente der Aufbewahrung von Apparaten, Karten, Chemikalien und Zeichnungen.
1913 wurde Karl von Auwers (1863-1939) als neuer Direktor an das Institut berufen, der sich sofort für die Verbesserung der Einrichtung einsetzte und die Bewilligung einer hohen Geldsumme u.a. für die Vervollständigung der Bibliothek sowie der Vorlesungssammlungen, durchsetzen konnte.
Am 12. März 1945 wurde das Gebäude als eines der wenigen der Stadt von einer Brandbombe getroffen und fast vollständig zerstört. Dabei verlor das Chemische Institut den größten Teil seiner apparativen Ausstattung einschließlich der gesamten Präparate- und Vorlesungssammlung. Nach dem Beginn des Wiederaufbaus am 16. Mai 1949 konnte der Lehrbetrieb bereits im November 1952 in den ersten Räumen aufgenommen werden.

Meinel, 1978 
ArchivalienDeutsches Haus Marburg, 1. Stock, StAMbg Karten P II 3577/2;
Gebäude-Inventar, aufgestellt von Universitätsarchitekt Wentzel, 1885 Dez 21: UA 310 Acc 1974/61, 196, Bl. 1-12 
  
Publikationen
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