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Botanischer Garten mit Sammlungen

Allgemein
BezeichnungBotanischer Garten mit Sammlungen
UniversitätEberhard Karls Universität Tübingen
UniversitätsortTübingen
Museums- und SammlungsartNaturgeschichte/Naturkunde
Museums- und SammlungsformBotanischer Garten/Arboretum
SammlungsschwerpunktBiologie · Botanik · Paläobotanik
Externe Links
AdresseBotanischer Garten Tübingen
Hartmeyerstraße 123
72076 Tübingen
ÖffnungszeitenMo bis Fr, 7.30 bis 16.45 Uhr (Gewächshäuser 8 bis 16.30 Uhr) Wochenende und Feiertage, 8 bis 16.45 Uhr (Gewächshäuser 10 bis 16.30 Uhr) Führungen: „Sonntags um Zwei“ (an jedem zweiten Sonntag eines Monats um 14 Uhr); Gruppenführungen nach Vereinbarung
Kontaktalexandra.kehl@botgarten.uni-tuebingen.de
Telefon: 07071 2976161

Dr. Alexandra Kehl
alexandra.kehl@botgarten.uni-tuebingen.de
Telefon: 07071 2976161
BeschreibungDie Verbindung zwischen Forschung und Gärten besteht in Tübingen seit Langem. Schon der Arzt und Rektor Leonhart Fuchs (1501–1566) legte einen Kräuter- und Medizingarten an; der Botaniker Rudolph Jakob Camerarius (1665–1721) und sein Sohn forschten im ersten universitätseigenen Garten „Hortus medicus“, und Karl Friedrich Kielmeyer (1765–1844) legte 1804 den zweiten – heute so bezeichneten – „Alten Botanischen Garten“ an. Mit Karl Mägdefrau (1907–1999) begann dann 1960 die Planung für den dritten, den „Neuen Botanischen Garten“, auf der Morgenstelle.
Unter den Sammlungen der Universität nimmt der Botanische Garten eine Sonderstellung ein. Sein Bestand setzt sich ausnahmslos aus lebenden „Objekten“ zusammen. Auf zehn Hektar finden sich fast 10 000 Pflanzenarten aus aller Welt, deren natürliche Lebensbedingungen im Freiland und in den Gewächshäusern nachempfunden werden.
Die Pflanzensammlungen des Botanischen Gartens sind nach geografischen, ökologischen und verwandtschaftlichen Gesichtspunkten gegliedert, ergänzt durch thematische Abteilungen wie Apotheker- und Bauerngarten sowie Prachtstaudenbeete.
Besucher lernen nicht nur exotische Gewächse kennen, sondern auch die heimische Pflanzenwelt. Zu sehen ist die Abteilung der Schwäbischen Alb mit ihren typischen Gesellschaften und das umfangreiche Alpinum mit seinen an extreme Bedingungen angepassten Hochgebirgspflanzen. Einen weiteren Schwerpunkt stellen die Rhododendren mit etwa 75 Zuchtformen und über 170 Wildarten dar. Die Systematische Abteilung erstreckt sich über Terrassen unterhalb des Tropicariums. In diesem Kernstück der studentischen Ausbildung werden die Familien der Blütenpflanzen nach ihren verwandtschaftlichen Beziehungen gezeigt. Oberhalb des Tübinger Nordrings findet sich zudem auf fünf Hektar das Arboretum, die systematisch gegliederte Gehölzsammlung des Botanischen Gartens. 
SonstigesVerschiedene Führungsangebote: Lehrveranstaltungen der Universität (Spezielle Botanik und Mykologie), Führungen im Rahmen des Jahresprogrammes des Förderkreises und Führungen nach Anmeldung durch Mitarbeiter des Gartens. An jedem zweiten Sonntag eines Monats finden öffentliche Führungen durch einen Teil des Botanischen Gartens statt. 
Stand der InformationenJanuar 2012
  
Bestände
Objektgruppen
Bedeutende Teilbestände
  • Fuchsia (30 Wildarten)
  • Rhododendron (150-180 Arten)
  • Alte Apfel- und Birnensorten
  • Endemiten der Kanarischen Inseln
  • Vegetation der Schwäbischen Alb
  • Glazialrelikte der südöstlichen Kalkalpen
  • Heide
  • Paläobotanische Sammlung: aufgebaut durch die Professoren Karl Mägdefrau (1907-1999) und Walter Zimmermann (1892-1980)
  • Sammlung historischer Mikroskope
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1663 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteDie Tradition botanischer Forschung und Lehre in Tübingen reicht bis auf den pflanzenkundigen Mediziner Leonhart Fuchs (1501-1566) zurück, der in seinem Garten am Nonnenhaus Arzneipflanzen kultivierte. Seit 1663 erfolgte auf Anordnung Herzog Eberhards III. (1614-1674) der Aufbau eines Hortus medicus zwischen Bursa und Alter Aula, der nach drei Jahren soweit gediehen war, das im Jahre 1666 ein eigener Universitätsgärtner angestellt wurde. Die Leitung des Hortus medicus hatte ab 1681 Balthasar Metzger (1623-1687) inne. Im Jahre 1688 übernahm der Tübinger Rudolph Jacob Camerius (1655-1721) das Amt eines Garteninspektors. Ihm und seinem Sohn Alexander (1696-1736), der 1721 die Nachfolge seines Vaters antrat, gelang es, den Garten wesentlich zu verbessern. So wurde ein Gewächshaus gebaut und ein eigenes Gebäude zur Durchführung botanischer Übungen eingerichtet. Auf Alexander Camerius folgte 1736 Burkhard David Mauchart (1696-1751), Dekan der Medizinischen Fakultät, als Gartendirektor. Unter Johann Georg Gmelin (1709-1755), dem berühmten Erforscher der Flora Sibiriens, seit 1751 Vorsteher des Hortus medicus, konnten die Pflanzensammlungen nochmals erheblich erweitert werden. Nach Gmelins frühem Tod im Jahre 1755 übernahm sein Bruder die Stelle.

Mit einem Dekret des Herzogs Friedrich II. (1754-1816) aus dem Jahre 1804 ging der Hortus medicus in den neu anzulegenden Botanischen Garten auf. Den Aufbau des Geländes vor den Stadttoren leitete der Professor für Chemie, Pharmazie und Medizin Karl Friedrich Kielmeyer (1765-1844). Als im Jahre 1809 vier Gewächshäuser, die Wohnungen der Gärtner sowie ein Hörsaales fertig gestellt worden waren, konnte der neue "Botanisch-ökonomische Garten" seine erweiterten Aufgaben vollständig wahrnehmen. Bereits ab 1817 wurde der Garten unter dem Direktorat des Botanikers Gustav Schübler (1787-1843) erneut erheblich vergrößert und in seinem Artenbestand bereichert. Etwa um diese Zeit erschien auch das erste gedruckte Samenverzeichnis (1920). Im Jahre 1835 trat Hugo von Mohl (1805-1872) die Stelle des Gartendirektors an. Unter seiner Leitung erfolgten beispielsweise die Anlage eines systematisch geordneten Arboretums sowie die Erweiterung des Gartens durch das Friedhofsgelände und die Reitbahn. Etwa zehn Jahre später konnte 1846 dann auch ein großzügiges Institutsgebäude bezogen werden. Eine abermalige Erweiterung zu seiner endgültigen Fläche erfuhr die Anlage durch den 1866 erfolgten Kauf eines Privatgartens. 1872 übernahm der zuvor noch in Heidelberg lehrende Wilhelm Hofmeister (1824-1877), Entdecker der Generationswechsel der Moose, Farne und Blütenpflanzen, die Leitung des Botanischen Gartens.

Im Jahre 1959 wurde Karl Mägdefrau (1907-1999) nach Tübingen berufen. Er verantwortete als Direktor gleichzeitig den Alten als auch die wissenschaftliche Planung für den Neuen Botanischen Garten, dem er nach der Eröffnung auf der Tübinger Morgenstelle am 8. Mai 1969 noch bis 1972 vorstand. Die Gewächshäuser des ehemaligen Gartens, zu dem Zeitpunkt noch als "Alter Botanischer Garten" bezeichnet, wurden abgerissen und die Anlage in einen Stadtpark umgewandelt.

Website des Botanischen Gartens 
  
Publikationen
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