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Botanischer Garten der WWU

Allgemein
BezeichnungBotanischer Garten der WWU
UniversitätWestfälische Wilhelms-Universität Münster
UniversitätsortMünster
Museums- und SammlungsartNaturgeschichte/Naturkunde
Museums- und SammlungsformBotanischer Garten/Arboretum
SammlungsschwerpunktBiologie · Botanik
Externe Links
AdresseUniversität Münster
Botanischer Garten
Schlossgarten 5
48149 Münster
ÖffnungszeitenFreiland Täglich geöffnet (Mo - So) (auch an allen Feiertagen) Eintritt frei 15. Oktober bis 14. März: 9 - 16 Uhr 15. März bis 14. Oktober: 8 - 19 Uhr Pflanzenschauhäuser Täglich geöffnet (auch an allen Feiertagen) Eintritt frei
KontaktDr. Dennise Stefan Bauer (Kustos und Technischer Leiter)
bauerd@uni-muenster.de
Prof. Kai Müller (Direktor)
kaimueller@uni-muenster.de
Telefon: +49 (0) 25183 21645
BeschreibungDer Botanische Garten ist dem Institut für Evolution und Biodiversität angegliedert und in den Schlossgarten eingebettet. Neben der universitären Forschung und Lehre dient er auch als öffentlicher Erholungsraum. Auf einem Areal von insgesamt 4,6 Hektar Größe (davon 5 Prozent mit Gewächshäusern) werden über 7.000 Pflanzenarten kultiviert.

Es gibt hier drei Arten von Sammlungen:
1. Die Klassischen Sammlungen enthalten eng begrenzte Pflanzengruppen. Diese werden in der Regel zu wissenschaftlichen Zwecken, überwiegend für systematische Forschung, kultiviert.
2. Pflanzen in verschiedenen ökologischen Bereichen, die eine große Artenvielfalt (Biodiversität) darstellen.
3. Neben den Sammlungen mit lebenden Pflanzen im Botanischen Garten gibt es ein Herbarium (als einzelne Sammlung aufgeführt).

Website des Gartens 
SonstigesÖffentliche Führungen, Veranstaltungen, Ausstellungen, Faltblätter 
Stand der InformationenNovember 2018
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungDie Sammlung ist vollständig in einer Datenbank erfasst, die nicht öffentlich zugänglich ist. Die Inventarisierung erfolgt kontinuierlich seit 2000. 
Bedeutende Teilbestände
  • Winterregengebiete des südlichen Afrika (200 Arten), gegr. 1988
  • Geraniaceae (220 Arten), gegr. 1984
  • Apocynaceae, insbesondere Stapelia, Asclepia, Hoya und Dischidia (75 Arten), gegr. 1997
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1803 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
Geschichte1797 wird an der Medizinischen Fakultät der noch jungen Universität Münster ein „Lehrstuhl für Naturgeschichte“ eingerichtet, an den der praktische Arzt Franz Wernekinck (1764-1839) berufen wird. Da ihm kaum Lehr- und Anschauungsmaterial zur Verfügung steht, wird nach einem geeigneten Ort für einen Hortus botanicus gesucht. Hier bietet sich der fürstbischöfliche Residenzgarten hinter dem Schloss an. Dank der Förderung des Projekts durch Freiherr vom Stein (1757-1831), oberster Regierungsbeamter und Repräsentant Preußens in Westfalen, wird die Anlage eines Botanischen Gartens 1803 per Dekret verfügt und als Lehranstalt ausgewiesen, um die vor Ort „gewonnene[n] Erfahrungen an die bäuerliche Umgebung des Landes“ weiterzugeben (Albers).

Bereits 1804 entstehen die ersten Gewächshäuser. Erhalt und Ausbau des Gartens werden allerdings schon kurz nach der Gründung immer wieder durch finanzielle Probleme und die politischen Ereignisse der Zeit gefährdet. Der Wiener Kongress 1815 zieht eine folgenreiche Umstrukturierung der Universität nach sich und führt zu einer konzeptionellen Neuausrichtung des Botanischen Gartens: fortan soll die Kultivierung einheimischer Pflanzen bevorzugt werden.
1840 wird die heute unter Denkmalschutz gestellte Orangerie errichtet; unter der Direktion von Prof. Dr. Theodor Nitschke (1867-1883) folgt 1878 der Bau eines neuen Palmenhauses. Seinem Nachfolger Prof. Dr. Oskar Brefeld (1839-1925) gelingt es 1887/88, einen bereits früher geplanten kleinen Hörsaal hinter dem heutigen Bromelienhaus errichten zu lassen, der später zur Gärtnerwohnung umgebaut wird und heute wieder als Seminarraum dient.

Während die „Schäden“ des Ersten Weltkrieges im Botanischen Garten mehr auf erneute finanzielle Engpässe zurückzuführen sind, kommt es gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zu einer totalen Zerstörung der Gewächshäuser, des Daches der Orangerie und der gesamten technischen Infrastruktur (Heizung, Bewässerung) sowie schwersten Verwüstungen durch direkte Kriegseinwirkungen im Gartenbereich. Die Folge ist der Verlust nahezu aller Warmhauspflanzen.
Bis 1949 können bereits fünf Gewächshäuser wieder aufgebaut und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dieser zügige Wiederaufbau und die weitere Sanierung des Botanischen Gartens ist mit Professor Dr. Siegfried Strugger (1906-1961) und Gartenoberinspektor Walter Stephan (tätig von 1947 bis 1960) verbunden. Im Botanischen Garten werden erstmals ökologische Aspekte mit der Anlage charakteristischer Landschaftstypen wie Heide, Moor und Düne berücksichtigt. Beiden ist es zu verdanken, dass bereits 1952 nahezu der Vorkriegszustand wieder erreicht wird.
Seit der Einrichtung einer Professur für Pflanzensystematik am Botanischen Institut 1974 wirken neben den jeweiligen Institutsdirektoren auch diese Stelleninhaber an der Entwicklung des Botanischen Gartens mit.

Ein Bauerngarten kann 1984 errichtet werden. 1997 entscheidet man die Umgestaltung des ehemaligen Palmenhauses zum Tropenhaus (Schwerpunkt Altwelt-Tropen), um im darauf folgenden Jahreswechsel 1998/1999 den davor liegenden Freilandbereich in eine mediterrane Oase umzuwandeln. Durch letztere Maßnahme können nun in der frostfreien Zeit auch größere Gewächse wie Orangen-, Oliven- und Granatapfelbäume, die in der Orangerie überwintern, zwischen Lavendel und Weinstöcken integriert werden. Neueste wissenschaftliche Befunde machten 2001/2002 eine Umstrukturierung des 1980 angelegten Pflanzensystems notwendig.

F. Albers, Website des Gartens 
  
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