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Marburger Universitätsmuseum - Universitätsmuseum für Kulturgeschichte

Allgemein
BezeichnungMarburger Universitätsmuseum - Universitätsmuseum für Kulturgeschichte
UniversitätPhilipps-Universität Marburg
UniversitätsortMarburg
Museums- und SammlungsartKulturgeschichte & Kunst
Museums- und SammlungsformMuseum
SammlungsschwerpunktArchäologie · Geschichtswissenschaft · Kirchengeschichte · Kulturgeschichte · Kunst · Ur- und Frühgeschichte
Externe Links
AdressePhilipps-Universität Marburg
Universitätsmuseum für Kulturgeschichte
Landgrafenschloss, Wilhelmsbau; Verwaltung: Biegenstraße 11
35032 Marburg
ÖffnungszeitenApril bis Oktober: Di-So 10 - 18 Uhr November bis März: Di-So 10 - 16 Uhr Führungen nach Vereinbarung
Kontaktmuseum@verwaltung.uni-marburg.de

Dr. Christoph Otterbeck (Direktor)
otterbeck@uni-marburg.de
Telefon: +49 (0) 6421 28 22355
BeschreibungDas Marburger Universitätsmuseum ist seit 1981 in zwei getrennte Teile mit eigenen Standorten gegliedert. Neben der Abteilung für Bildende Kunst existiert eine Abteilung für Kulturgeschichte.
Die kulturhistorischen Sammlungen sind im Ostflügel des Marburger Schlosses untergebracht, das den Landgrafen Hessens zwischen 1308 und 1604 als Stammsitz diente, nachdem ihr Haus 1292 in den Reichsfürstenstand erhoben worden war. Auf fünf Geschossen werden hier Bestände des Universitätsmuseums ausgestellt. Zur Vor- und Frühgeschichte werden Funde aus der Bronzezeit (um 800 v. Chr.), ein merowingisches Kriegergrab (um 700 n. Chr.) sowie keltische Münzfunde aus der Marburger Region präsentiert.
Kirchliche Kunst wird vor allem durch Kruzifixe des 12. und 13. Jahrhunderts, Skulpturen des 15.-17. Jahrhunderts, ferner auch anhand einer Renaissancekanzel, liturgischer Gefäße und zahlreicher Ausstattungsstücke aus der Elisabethkirche vermittelt.
Ritterschilde aus dem 13. und 14. Jahrhundert – darunter der Schild des ersten hessischen Landgrafen Heinrich I. (1244-1308) –, Truhen der Renaissancezeit, Bildnisse hessischer Fürsten sowie Kunsthandwerk aus fürstlichen Manufakturen bezeugen landesherrschaftliche Interessen.
Möbel, Kunsthandwerk, Gemälde und Kleidung von Renaissance bis Jugendstil geben gemeinsam mit der Porzellansammlung Schwick Einblicke in die städtische Kultur bürgerlichen Wohnens, während hessische Volkskunde anhand ländlicher Kulturzeugnisse wie Möbel, vor allem Marburger Truhen und Schwälmer Hochzeitsstühle, sowie bäuerlichem Hausgerät und Trachten ausgestellt wird.

Website der Sammlung 
SonstigesSonderausstellungen; Flyer 
Stand der InformationenApril 2013
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungDie Objekte der Sammlung sind fast vollständig in Inventarkarten und -büchern erfasst. Mit dem Aufbau einer Datenbank wurde begonnen (Stand: April 2009). Über den Bildindex Foto Marburg lassen sich Teile online recherchieren. Die Erfassung wurde seit Bestehen des Museums 1927 bis heute kontinuierlich durchgeführt.
Es gibt keinen gedruckten Gesamtbestandskatalog, aber circa 90 Werke einer Privatsammlung, die 1960 ins Museum kamen, werden aktuell publiziert: A. Tieze (Hrsg.): Wege zur Moderne, Richard Hamann als Sammler, Museum für Kunst und Kulturgeschichte, München 2009.
Eine Erfassung für neu gestiftete Werke aus der Sammlung Zimmermann wird derzeit durchgeführt (Stand: April 2009) und soll voraussichtlich 2010 abgeschlossen werden.
Eine Digitalisierung soll in Zukunft für weitere noch nicht digitalisierte Objekte vorgenommen werden. 
Bedeutende Teilbestände
  • Sammlungen des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Zweigverein Marburg: seit 1927 als Dauerleihgabe im Marburger Universitätsmuseum untergebracht; kulturgeschichtliche und archäologische Objekte
  • Sammlung mittelalterlicher Wappenschilde aus dem 13. bis 15. Jahrhundert (Dauerleihgabe der Evangelischen Kirchengemeinde Marburg)
  
Geschichte
Personen
GeschichteBegründer der zentralen Sammlung des Museums war der Jurist Ludwig Bickell (1838-1901). Angeregt durch Besuche von kulturgeschichtlichen Museen in Belgien, Frankreich und England auf einer Reise im Jahre 1868 beschloss Bickell, eine Sammlung kulturgeschichtlicher Altertümer in dem 1866 von Preußen okkupierten Kurhessen (Hessen-Kassel) in Marburg, dem Stammsitz der hessischen Landgrafen, anzulegen. Im Jahre 1875 beschloss der schon 1835 gegründete Verein für hessische Geschichte und Landeskunde, diese Sammlung zu übernehmen und zu erweitern. Bickell hatte 1879 einen Entwurf vorgelegt, der die Aufgaben eines neuen Museums beschreiben sollte. Diese neue Institution sollte parallel zum (kur-)hessischen Landesarchiv organisiert werden und vor allem die Geschichte der Entwicklung von Kunst und Gewerbe der Region dokumentieren und die gesammelten Objekte für die Wissenschaft zugänglich werden. Als Bickell im Jahre 1901 starb, hatte er eine umfangreiche Sammlung von verschiedensten Artefakten zusammengetragen, doch deren Institutionalisierung in Form eines hessischen Provinzialmuseums war ausgeblieben. Erst als Richard Hamann (1879-1961), Professor für Kunstgeschichte in Marburg, die Einrichtung eines allumfassenden Instituts für Kunstpflege und Kunstwissenschaft unter Berücksichtigung aller Marburger Sammlungen forcierte, wurde Bickells Vision Wirklichkeit. Anlässlich der 400-Jahr-Feier der Universität wurde 1927 das Ernst-von-Hülsen Haus eröffnet, wo die Sammlungen des Hessischen Geschichtsvereins und des Marburger Kunst- und Altertumsvereins im neu gegründeten Universitätsmuseum ihr zu Hause fanden. Anlässlich der Museumsgründung gelangte auch die grafische Sammlung des Marburger Kunstgeschichtslehrers Franz Bock (1823-1899) in die Sammlung sowie weitere Schenkungen von zeitgenössischen Künstlern, womit der Grundstein für die Kunstsammlung gelegt wurde. Im Jahre 1981 wurde der größte Teil der kulturwissenschaftlichen Bestände schließlich in den Wilhelmsbau des Landgrafenschlosses überführt. 
  
Publikationen
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