Das Informationssystem zu Sammlungen und Museen
an deutschen Universitäten
Gefördert durch

Alle anzeigen
Sammlung von Artikulatoren

Allgemein
BezeichnungSammlung von Artikulatoren
UniversitätCharité - Universitätsmedizin Berlin
UniversitätsortBerlin
Museums- und SammlungsartMedizin
Museums- und SammlungsformHistorische Sammlung
SammlungsschwerpunktMedizin · Medizingeschichte · Prothetik · Zahnmedizin · Zahntechnik
Externe Links
AdresseCharité Campus Benjamin Franklin (CBF)
Institut für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Abteilung für Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre
Aßmannshauserstr. 4-6
14197 Berlin
ÖffnungszeitenNicht öffentlich zugänglich.
KontaktDr. Felix Blankenstein (Betreuer der im CC3 ausgestellten Sammlungsteile)
felix.blankenstein@charite.de
Telefon: +49 (0) 30 450 662 716
Beate Kunst
beate.kunst@charite.de
BeschreibungDie circa 50 verschiedenen Artikulatoren, mit denen die Bewegungsabläufe in den Kiefergelenken simuliert werden können, gehören zu einer weltweit bedeutenden Kollektion derartiger Geräte. Sie belegen die Entwicklung auf diesem Gebiet in der Zeit zwischen 1840 und 1960. Die Sammlung der Artikulatoren geht auf den Berliner Professor für Zahnmedizin Hermann Schröder (1876-1942) zurück und enthält einige von ihm entworfene Exemplare. Es handelt sich um die weltweit umfangreichste Sammlung dieser Art. 
Stand der InformationenOktober 2009
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungDie Sammlung ist weder inventarisiert noch katalogisiert. Sie ist seit 1996 in Kisten verpackt, soll aber zukünftig wieder in den Klinikräumen ausgestellt werden. 
Bedeutende TeilbeständeEs gibt keine Informationen zu Teilbeständen.
  
Geschichte
Ereignisse
  • Zwischen 1884 und 1890 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteAm 9. Oktober 1884 wurde das Zahnärztliche Institut an der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität als erstes derartiges Institut in Deutschland gegründet. Carl Sauer (1835-1892) war mit seiner Ernennung der erste deutsche Professor für Zahnärztliche Prothetik. Nach der Eröffnung des Institutes wurde mit dem Sammeln von Artikulatoren begonnen. Auf Empfehlung der Medizinischen Fakultät erhielt Ludwig Warnekros (1855-1920) 1888 zunächst kommissarisch die Leitung der prothetischen Abteilung und wurde 1890 zum Professor ernannt. Warnekros entwickelte u.a. den Bonwillschen Artikulator dergestalt weiter, dass die intraoral registrierte Seitwärtsbewegung auf das Gerät übertragbar wurde. Er nannte es den „Neuen Articulator des Berliner Zahnärztlichen Instituts“.

Hermann Schröder (1876-1942) erhielt 1907 die vakant gewordene Stelle von Ludwig Warnekros. Der längst überfällige Instituts-Neubau, dessen Realisierung sich allerdings noch bis 1910 hinzog, wurde in dieser Zeit versprochen. Als 1912 das neue Haus in der Invalidenstraße eröffnet wurde, war es das modernste, geräumigste und am besten ausgestattete seiner Art in Europa. Schröder dominierte 35 Jahre lang das wissenschaftliche Leben am Institut, von 1934 bis zu seinem Tode 1942 auch als geschäftsführender Direktor. Er beschäftigte sich mit der Morphologie, Physiologie und Pathophysiologie des Kauorganes, mit Artikulationslehre und -technik, Abformmethoden, Werkstoffkunde, Implantologie und natürlich der alten Berliner Tradition: der chirurgischen Prothese. Es gelang ihm meisterhaft, seine Schüler auf all diesen Teilgebieten zu fördern.
Die Sammlung von Artikulatoren war teilweise in Schaukästen im Haus in der Invalidenstraße zu sehen. Mit der Aufgabe dieses Hauses Mitte der 1990er Jahre wanderten die Objekt in Umzugskartons (1996), wo sie auch heute noch größtenteils zu finden sind. Pläne für eine neue Ausstellung existierten, nur wurden diese nach dem Umzug in die Zahnklinik Nord nie realisiert.

Ausgelöst durch die schwierige Haushaltslage des Landes Berlin hatte 1991 die Neuordnung der universitären Zahnheilkunde begonnen. Denn mittlerweile existierten drei Zahnkliniken in Berlin: 1983 war im Bezirk Wedding die „Zahnklinik Nord“ zur Erweiterung der Kapazität der bestehenden FU-Zahnklinik („Süd“) für die klinische Ausbildung eröffnet worden. Zum 1. April 1994 wurden die Zahnkliniken Nord (ehemals FU) und Mitte (Charité-HU) fusioniert und bildeten gemeinsam das neue Zentrum für Zahnmedizin der Charité. Die Zahnklinik Süd verblieb bei der FU. Der erklärte Wille zur sachdienlichen Zusammenarbeit beider ehemals selbständigen Einrichtungen ermöglichte relativ komplikationslos diese, für die deutsche Wiedervereinigung exemplarische Zusammenführung. Den neuen, mit der Fusion der Zahnkliniken Nord (FU) und Mitte (HU) entstehenden Prothetik-Lehrstuhl erhielt 1994 Klaus-Peter Lange. Die Artikulatorensammlung wurde im Zuge dieser Umstrukturierungen von der alten Zahnklinik in der Invalidenstraße an den Standort Nord im Virchow-Klinikum (CVK) verlegt, wo sie bis zu dessen Schließung 2008 verblieb. Das gerade einmal 25 Jahre alte Gebäude wurde einer anderen Nutzung zugeführt. Damit gibt es in Berlin nur noch eine Universitäts-Zahnklinik, wobei die Wahl für die Zahnklinik Süd mehr als politischer Kompromiss zu werten ist.
Die Artikulatorensammlung ist aber an diesem Standort wieder vereint, da einige Stücken Anfang der 1950er Jahre bei Gründung der FU-Zahnklinik von den damals wechselnden Professoren und Studenten mitgenommen worden waren.

Website des Zentrums für Zahnmedizin, F. Blankenstein