Das Informationssystem zu Sammlungen und Museen
an deutschen Universitäten
Gefördert durch

Alle anzeigen
Sammlung "Geers-Kopien"

Allgemein
BezeichnungSammlung "Geers-Kopien"
UniversitätUniversität Heidelberg
UniversitätsortHeidelberg
Museums- und SammlungsartKulturgeschichte & Kunst
Museums- und SammlungsformSonstige Sammlungsform
SammlungsschwerpunktAltorientalistik · Orientalistik
Externe Links
AdresseRuprecht-Karls-Universität Heidelberg
Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients - Assyriologie
Hauptstr. 126
69117 Heidelberg
KontaktProf. Dr. Stefan M. Maul
stefan.maul@ori.uni-heidelberg.de
Telefon: +49 (0) 6221 54 3537
BeschreibungDas Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients verfügt über eine einmalige Sammlung autographierter Tontafeln und Fragmente aus der berühmten Bibliothek des assyrischen Königs Assurbanipal (669-630 v. Chr.), die in Ninive gefunden wurden und fast ausnahmslos in das Britische Museum zu London gelangten. Diese Keilschrifttexte liegen bislang nur teilweise in wissenschaftlichen Editionen vor. Dennoch muss man nicht unbedingt nach London fahren, wenn man das unpublizierte Textmaterial aus Assurbanipals Tontafelsammlung, der ersten "Universalbibliothek" der Menschheitsgeschichte, studieren möchte. Denn ein Gelehrter aus dem Lippischen, Friedrich (Frederick) Wilhelm Geers (1885-1953), hat zwischen 1924 und 1939 in Tausende von Tontafelfragmenten aus dem Bestand der Ninive-Sammlung des Britischen Museums autographiert.
Das Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients zu Heidelberg schätzt sich glücklich, diese (Keilschrift)Kopien in seinem Besitz zu haben. Mit der Sammlung der "Geers copies" verfügt es über die einzigartige Möglichkeit eines direkten Zugriffs nicht nur auf die publizierten, sondern auch auf viele unpublizierte Texte aus der Ninive-Bibliothek Assurbanipals. Da an demselben Seminar im Rahmen eines Leibniz-Projekts inzwischen auch eine umfangreiche Fotodokumentation der gleichfalls oftmals unpublizierten Texte aus der alten assyrischen Hauptstadt Assur aufgebaut werden konnte, gibt es derzeit wohl kaum einen Ort auf der Welt, an dem man die literarische, religiöse und wissenschaftliche Tradition Assyriens vergleichbar gut studieren kann wie in Heidelberg.

Website des Seminars 
  
Bestände
Objektgruppen
Bedeutende TeilbeständeBesondere Teilbestände liegen nicht vor.
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1955 (vermutlich) Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteDer Assyrologe Friedrich Wilhelm Geers (1885-1955) arbeitete im Anschluss an seine 1925 erfolgte Pomotion an den Sammlungen für das Chicago Assyrian Dictionary. Vor allem aber reiste er, wann immer es ihm möglich war, nach Berlin, Istanbul, Bagdad und insbesondere nach London, um in den altorientalischen Sammlungen der dort befindlichen großen Museen Keilschrifttexte zu autographieren. In London kopierte er, indem er umsichtig den zwischen 1889 und 1899 entstandenen "Catalogue of the Cuneiform Texts in the Kouyunjik Collection of the British Museum" aus der Feder des späteren Heidelberger Professors Carl Bezold (1859-1922) benutzte, vornehmlich Beschwörungsrituale, Omina und andere Tafeln religiösen und literarischen Inhalts. Viele kleine Fragmente wurden von Geers, dem darüber hinaus zahllose Textzusammenschlüsse (sog. "Joins") gelangen, erstmalig identifiziert. Geers hat nur wenige Ergebnisse seiner Forschungen publiziert.
Im Jahre 1950 ging er als "Associate Professor" in den Ruhestand. Zu Lebzeiten hat er zahlreichen Assyriologen seine Kopien zur Verfügung gestellt und damit umfangreiche Editionswerke wie z. B. Gerhard Meiers (geb. 1913) Neubearbeitung der Serie "Maqlû" überhaupt erst möglich gemacht. Die von Geers angefertigten Keilschriftkopien bildeten auch eine wichtige Materialgrundlage für das "Chicago Assyrian Dictionary". Nach seinem Ableben im Jahre 1955 gelangte der Nachlass in den Besitz von Geers' in Deutschland lebender Schwester. Durch Vermittlung Professor Wolfram von Sodens (1908-1996) wurden die darin enthaltenen Kopien schließlich dem Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients an der Universität Heidelberg übergeben. Dort werden sie bis heute aufbewahrt - und haben während der letzten Jahrzehnte auch weiterhin Gelehrten aus aller Welt als wichtige Quelle für die Anfertigung von Texteditionen gedient.
Zwischen 1968 und 1970 hat Professor Rykle Borger (geb. 1929) aus Göttingen einen ersten provisorischen Katalog der Geers-Kopien erstellt und eine Konkordanz zwischen den einzelnen Seiten der Geers'schen Kopienhefte und den Museumsnummern der kopierten Texte hergestellt. Seit 1996 haben dann Mitarbeiter des Heidelberger Seminars unter der Leitung von Professor Stefan M. Maul (geb. 1958) die nahezu 40 Hefte mit den Geers'schen Kopien von mehr als 5500 Tontafeln und Tontafelbruchstücken fotokopiert. Da das Papier, auf dem Geers seine mit Bleistift angefertigten Autographien anbrachte, inzwischen äußerst brüchig ist, und die Originalkopien aus konservatorischen Gründen nicht mehr ohne weiteres zugänglich gemacht werden können, wurden Fotokopienbände der "Geers copies" hergestellt, in denen das Textmaterial in derselben Reihenfolge zusammengestellt ist wie in den Originalheften. Unter Verwendung eines zweiten Satzes von Fotokopien wurden die einzelnen Texte außerdem, geordnet in der Reihenfolge der Museumsnummern, auf Karteikarten aufgeklebt. Auf diese Weise lässt sich das gesamte von Geers kopierte Textmaterial bequem konsultieren.

Website des Seminars 
  
Publikationen
Publikationen