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Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl

Allgemein
BezeichnungLandessternwarte Heidelberg-Königstuhl
UniversitätUniversität Heidelberg
UniversitätsortHeidelberg
Museums- und SammlungsartNaturwissenschaft & Technik
Museums- und SammlungsformSternwarte
SammlungsschwerpunktAstronomie · Wissenschaftsgeschichte
Externe Links
AdresseZentrum für Astronomie Heidelberg ZAH
Landessternwarte
Königstuhl 12
69117 Heidelberg 
ÖffnungszeitenFührungen durch die Sternwarte werden donnerstags um 14:30 Uhr durchgeführt. 
KontaktDr. Holger Mandel
hmandel@lsw.uni-heidelberg.de
Telefon: +49 (0) 6221 54 1734
Fax: +49 (0) 6221 54 1702
BeschreibungDie Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl ist eine von der Universität Heidelberg betriebene historische Forschungssternwarte und zudem auch der Rechtsnachfolger der alten Mannheimer Sternwarte.
Die Sternwarte befindet sich auf dem Westgipfel des Königstuhls bei Heidelberg. Die Teleskope der Landessternwarte sind in sechs Beobachtungskuppeln untergebracht. Das Hauptgebäude beherbergt zudem eine umfangreiche Bibliothek mit etwa 23.500 Bänden. Die ältesten Bestände aus dem 18. Jahrhundert stammen noch aus der Mannheimer Sternwarte. Der frühere Meridiansaal beherbergt heute das „Ost-Institut“ und wird u. a. als Archiv für fotografische Platten genutzt. Die historischen Teleskope kommen heute hauptsächlich bei den öffentlichen Besichtigungen zum Einsatz:
Der sogenannte Kann-Refraktor stellt das älteste Teleskop der Sternwarte dar. Es wurde bereits im Jahresbericht der Karlsruher Sternwarte für 1894 erwähnt und ursprünglich für die visuelle Beobachtung von Doppelsternen eingesetzt. Das Bruce-Teleskop, benannt nach der Stifterin Catherine Wolfe Bruce (1892-1909), ist ein Astrograf. Mit dem 1900 in Betrieb genommenen Gerät wurden Tausende von fotografischen Platten aufgenommen. Ein noch aktiv zur Forschung eingesetztes Teleskop ist das Waltz-Teleskop. Es wurde 1906 in Betrieb genommen und war das erste Großteleskop der Firma Carl Zeiss. Ein historischer Sechszoll-Refraktor aus dem Jahre 1859 wurde bis 1924 zur Ausmessung von Sternhaufen sowie für Lehr- und Übungszwecke genutzt und dann stillgelegt. 1957 wurde das Gerät an die Stadt Karlsruhe verschenkt und bildete dort die Grundlage zum Aufbau der Volkssternwarte Karlsruhe.
Neben der historischen Photoplattensammlung gibt es auch eine Präsenzbibliothek mit historischen Beständen.
Die zahlreichen Exponate aus der Zeit der alten Mannheimer Sternwarte (Instrumente, Sonnenuhren, Globen etc.) befinden sich inzwischen alle in den Beständen des Landesmuseums für Technik und Arbeit in Mannheim und werden dort auch wissenschaftlich aufgearbeitet und katalogisiert. 
SonstigesObservatory Code 024

Es werden öffentliche Himmelsbeobachtungen und Astronomieprogramme für Kinder angeboten. 
Stand der InformationenApril 2009
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungEin Katalog der fotografischen Platten, die mit Hilfe des Bruce-Teleskops entstanden, ist im Internet verfügbar.
Die historischen Objekte der alten Mannheimer Sternwarte wurden im Band 12 der Schriftenreihe des Museums für Technik und Arbeit in Mannheim zusammengestellt (Budde, Kai: Geschichte der Mannheimer Sternwarte 1772-1880 von 2006). 
Bedeutende TeilbeständeDie Informationen zu bedeutenden Teilbeständen beschränken sich hier auf die Angabe der in der Sternwarte benutzten bedeutenden Gerätschaften.

  • Kann-Refraktor: benannt nach dem Stifter L. Kann
  • Bruce-Teleskop: benannt nach der Stifterin Catherine Wolfe Bruce ( 1892-1909)
  • Waltz-Teleskop: benannt nach der Stifterin Waltz
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1898 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteDas ursprüngliche Instrumentarium der Sternwarte stammt aus der 1774 gegründeten Mannheimer Sternwarte, die aufgrund der zunehmenden Verschlechterung der Beobachtungsbedingungen 1880 provisorisch nach Karlsruhe verlegt worden war. In der Folgezeit standen drei Standorte für die Errichtung einer neuen Sternwarte zur Diskussion, wobei man sich schließlich auf den Heidelberger Königstuhl einigte. Am 20. Juni 1898 wurde die "Großherzogliche Bergsternwarte" durch den Großherzog Friedrich I. von Baden (1826-1907) feierlich eingeweiht. Das astronomische Institut bestand zunächst aus zwei konkurrierenden Abteilungen, der astrophysikalischen unter Max Wolf (1845-1931) und der astrometrischen unter Wilhelm Valentiner (1845-1931). Valentiner war bis 1880 Direktor der Mannheimer Sternwarte gewesen und hatte die Verlegung nach Karlsruhe initiiert. 1909, nach Valentiners Emeritierung, wurden die Abteilungen unter der Leitung von Max Wolf vereint. Wolf hatte bereits als Schüler eine private Sternwarte im Garten seines Elternhauses in der Heidelberger Märzgasse errichtet, die er im Laufe der Zeit immer weiter ausbaute. Er optimierte die Astrofotografie und entdeckte auf fotografischem Wege einen Kometen sowie den Nordamerikanebel. Nach seiner Berufung zur Bergsternwarte gelang es Wolf, private Stifter für die Anschaffung leistungsfähiger Teleskope zu gewinnen, darunter die US-Amerikanerin Catherine Wolfe Bruce (1892-1909). Hauptarbeitsgebiet der Sternwarte war zunächst die Untersuchung kosmischer Gasnebel sowie die Suche nach Kleinplaneten. Wolf, seine Mitarbeiter und Nachfolger entdeckten bis in die 1950er Jahre über 800 Kleinplaneten, darunter den 1906 zuerst gefundenen Trojaner Achilles. Im Laufe der Zeit wurden neue Teleskope angeschafft und Laboratorien errichtet. Seit 2005 ist die Sternwarte nicht mehr Landesinstitut, sondern wurde zusammen mit dem Astronomischen Rechen-Institut (ARI) und dem Institut für Theoretische Astrophysik (ITA) der Universität Heidelberg in das neu gegründete Zentrum für Astronomie Heidelberg (ZAH) integriert und bildet somit einen Teil der Universität Heidelberg. 
  
Publikationen
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