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Anatomische Sammlung der Hochschule für Bildende Künste Dresden

Allgemein
BezeichnungAnatomische Sammlung der Hochschule für Bildende Künste Dresden
UniversitätHochschule für Bildende Künste Dresden
UniversitätsortDresden
Museums- und SammlungsartKulturgeschichte & Kunst
Museums- und SammlungsformLehrsammlung
SammlungsschwerpunktAnatomie · Kulturgeschichte · Kunst · Wissenschaftsgeschichte
Externe Links
AdresseArchiv und Kustodie
Brühlsche Terasse 1
01067 Dresden
ÖffnungszeitenBis November 2019 geschlossen
KontaktProf. Dipl.-Rest. Ivo Mohrmann (Konservator)
mohrmann@hfbk-dresden.de
Telefon: +49 (0) 3514 4022163
Dr. Simone Fugger von dem Rech (Leiterin Archiv und Kustodie)
fugger@hfbk-dresden.de
Telefon: +49 (0) 351 4402 2669
BeschreibungDie Anatomische Sammlung ist ein Teilbestand der Kunstsammlung der Hochschule für Bildende Künste Dresden und umfasst ca. sechshundert Objekte mit über tausend Einzelteilen historischer Lehrmittel aus dem Zeitraum des beginnenden 19. Jahrhunderts bis zu den 2000er Jahren. Damit ist sie eine der umfangreichsten und komplettesten an einer Kunsthochschule erhaltenen Lehrsammlungen zur Human- und Tieranatomie und somit eine Dokumentation der kontinuierlichen Lehre zur Künstleranatomie. Innerhalb des Gesamtumfanges der archivierten künstlerischen Objekte der Hochschule stellt sie mit ihrem interdisziplinären Anspruch eine Besonderheit dar. Der Anatomieunterricht bildet historisch seit der Gründung der Kunstakademie Dresden im Jahre 1764 als ein Teil des Naturstudiums die Grundlage für den Erwerb von Kenntnissen über den inneren Zusammenhang des Körperbaues allgemein und die spezielle Durchbildung der äußeren Erscheinung von Tieren und der menschlichen Figur. Schon im 18. und insbesondere im 19. Jahrhundert wurde das Lehrfach Anatomie eine unterstützende Wissenschaft, die insbesondere in Dresden Künstler und Mediziner beim Unterrichten aber auch beim Sezieren zusammenführte. Die Lehrmittel wurden gezielt für den Unterricht erworben. Viele Künstleranatomen fertigten darüber hinaus eigene Lehrmodelle an. Die Lehrmittel dienten über viele Jahrzehnte als Vorlagen für die zeichnerischen Übungen der Kunststudierenden und als Anschauungsmaterial während der Vorlesungen. Die im Wesentlichen vier Objektgruppen umfassende Sammlung besitzt organische Präparate aus der Human- und Tieranatomie, darunter 15 wertvolle sogenannte Bänderskelette, sowie einzigartige Wachsmodelle und seltene Wachsreliefs aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Eine dritte Gruppe bilden dreidimensionale farbige und monochrome Anatomiemodelle sowie anatomische Demonstrationen von Tierkörpern und freie künstlerische Tierplastiken als Abgüsse. Das vierte Konvolut besteht aus Lehrmitteltafeln zur Anatomie des Menschen und des Tieres. Nach Abschluss des derzeitigen BMBF-Forschungsprojekts „Körper und Malerei“ wird die Anatomische Sammlung als Lehr- und Schauraum Ende 2019 wiedereröffnet. 
Stand der InformationenJuni 2015
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungDie Sammlung ist sowohl über ein Karteikartensystem als auch über Inventarlisten erfasst. Zudem liegt eine umfangreiche Fotodokumentation sämtlicher Objekte vor. 2006 wurde der Sammlungsbestand außerdem in Form einer Dissertation publiziert (Mühlenberend, 2006). 
Bedeutende Teilbestände
  • Muskelmann von Johann Martin Fischer
  • Muskeltorso von Carl Schütz
  • "Soldatischer" Musekeltorso
  • Sammlung von Wachs- und Gipsmodellen
  • Sammlung von Tierpräparaten
  • Sammlung von Tiermodellen
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1766 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteIm Jahr 1766 wurde an der Königlichen Kunstakademie in Dresden das erste Knochenskelett angeschafft. Dem Kauf lag die Entscheidung zugrunde, Anatomie nicht durch einen Mediziner, sondern durch den Maler Giovanni Battista Casanova (1730-1795) erteilen zu lassen. Die nächste bedeutende Erwerbung, eine lebensgroße Gipsanatomie, ist für das Jahr 1815 nachgewiesen. Bereits 1811 waren, anlässlich der Akademie-Ausstellung, anatomische Wachspräparate von Auge, Ohr und Nase als Besonderheit erwähnt worden. Während des Unterrichts durch Burkhard Wilhelm Seiler (1779-1843) ab 1822 wurden die Präparate der Medizinisch-chirurgischen Akademie im Kurländer Palais genutzt. Auf ihn geht vermutlich die Anregung zurück, Skelette in der Haltung antiker Statuen fertigen zu lassen.

Der Plan für den Akademieneubau von 1894 sah zunächst keine eigenen Sammlungsräume zum anatomischen Auditorium vor. Die wenigen bis dahin erworbenen Skelette und anatomischen Modelle fanden zunächst im Hörsaal Aufstellung. Erst die Arbeit von Hermann Dietrich brachte der Akademie ab 1909 eine einzigartige anatomische Sammlung, die mit der Verlegung der Tierärztlichen Hochschule von Dresden nach Leipzig auch auf tieranatomische Präparate ausgedehnt wurde. So umfasste die Sammlung im Jahr 1929 153 Objekte zur menschlichen sowie 100 Objekte zur tierischen Anatomie. In der Folgezeit kam es kaum noch zu bedeutenden Objektzugängen. Dank des Engagements des Anatomiegehilfen Ernst Lehmann blieben die Kriegs- und Nachkriegsverluste der Sammlung gering; in ihren wesentlichen Bestandteilen ist sie bis heute erhalten. Nur wenige Stücke wurden nach 1945 an ausgebombte Dresdner Schulen als Lehrmittel abgegeben.

Altner, 1990 
  
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