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Karzer der ehemaligen Universität Altdorf*

Allgemein
BezeichnungKarzer der ehemaligen Universität Altdorf*
Besonderer Status*Aufgelöst
UniversitätNürnbergische Universität Altdorf (seit 1809 geschlossen)
UniversitätsortAltdorf bei Nürnberg
Museums- und SammlungsartKulturgeschichte & Kunst
Museums- und SammlungsformKarzer
SammlungsschwerpunktUniversitätsgeschichte
Externe Links
BeschreibungDas Gebäude der ehemaligen Universität Altdorf bei Nürnberg ist heute, einschließlich des ehemaligen Studentenkarzers, Teil des Wichernhauses, eines Wohnheims für Körperbehinderte. Der bekannteste Insasse des Altdorfer Karzers soll Albrecht von Wallenstein (1583-1634) gewesen sein, der hier während seines Studiums zwischen 1599 und 1600 inhaftiert war. Friedrich Schiller (1759-1805) hat diesem Ereignis in seinem Werk "Wallensteins Lager" (Siebenter Auftritt) ein Denkmal gesetzt. Der Altdorfer Geschichtsprofessor Andreas Georg Will (1727-1798) hingegen hielt Wallensteins Karzeraufenthalt für eine Legende.

Die Universität verfügte während der Zeit ihres Bestehens insgesamt über drei Gefängnisse, wobei das so genannte "Hundsloch" schon zu Wills Zeiten nur noch als Keller genutzt wurde. Die beiden anderen Karzer waren mit Schriftzügen, Wandmalerei und eingeritzten Namen versehen. Sie lagen nahe der Inspektorenstube, der eine im Turm des Universitätsgebäudes direkt darüber, der andere in deren unmittelbarer Nachbarschaft. Letzterer gilt als der ursprünglichste unter den Altdorfer Studentenkarzer, da der im ehemaligen "Schuldenturm" eingerichtete bereits zuvor als gewöhnliches Gefängnis genutzt worden war. Er erfreute sich jedoch bei den Studenten einer größeren Beliebtheit, da man von hier aus die beste Sicht in die Umgebung hatte. Will bemerkte in Bezug auf die Gesundheit der Einsitzenden, dass das Klima im Turm "nicht schädlich, sondern sehr menschenfreundlich und gelind" war. 
Stand der InformationenApril 2012
  
Bestände
Objektgruppen
Bedeutende TeilbeständeTeilbestände sind nicht bekannt.
  
Geschichte
GeschichteDie Stadt Altdorf bei Nürnberg erhielt im Jahr 1622 das Universitätsprivileg. Die Universität befand sich damals im so genannten Wichernhaus, welches bereis 1575 als Schule für Kinder Nürnberger Aristokratenfamilien im Renaissance-Stil erbaut worden war. Einige Jahre später wurde diese Schule zur Akademie erhoben und 1623 schließlich in eine Universität umgewandelt. Bekannt wurde diese durch ihre Fakultäten für Medizin, Recht und Naturwissenschaften sowie durch Studenten wie Albrecht von Wallenstein (1583-1634) und Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716). Die Hochschule existierte allerdings nur bis zum Jahr 1809. Danach diente das Wichernhaus übergangsweise als Lehrerkollegium und wurde schließlich 1925 in ein Behindertenhospital umgewandelt. 
  
Publikationen
Publikationen