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Paläontologisches Museum München

Allgemein
BezeichnungPaläontologisches Museum München
Besonderer StatusAssoziierte Sammlung
UniversitätLudwig-Maximilians-Universität München
UniversitätsortMünchen
Museums- und SammlungsartNaturgeschichte/Naturkunde
Museums- und SammlungsformLehr- und Forschungssammlung
SammlungsschwerpunktGeologie · Geowissenschaften · Paläobotanik · Paläontologie
Externe Links
AdressePaläontologisches Museum München
Richard-Wagner-Straße 10
80333 München
ÖffnungszeitenMo-Do 8 - 16 Uhr Fr 8 - 14 Uhr Erster Sonntag im Monat 10 - 16 Uhr mit Sonntagsführungen und Diaschau Mittwochsführungen zur Dauer- und zu den Sonderausstellungen jeweils 15 Uhr
KontaktDr. Winfried Werner
w.werner@lrz.uni-muenchen.de
Telefon: +49 (0) 89 2180 6634
BeschreibungDas Paläontologische Museum München gehört organisatorisch zur Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie und damit zu den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns. Die Staatssammlung wird in Personalunion vom Inhaber des Lehrstuhls Paläontologie und Historische Geologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München geleitet. Das Paläontologische Museum, ebenso wie die Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie gehören einerseits nicht zur Universität. Andererseits besitzt das universitäre Institut mit dem genannten Lehrstuhl keine eigene Sammlung. Sämtliche Objekte (Gesteine und Fossilien) werden in der Staatssammlung deponiert und inventarisiert.
Der paläontologische Teil der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie weist trotz der äußerst schmerzvollen Kriegsverluste wieder bedeutende Fossilbestände in nahezu allen Sparten der Paläontologie auf. Die Zahl der aufbewahrten größeren Objekte beträgt über 1,5 Millionen. Hinzu kommen Kleinformen wie Foraminiferen, Muschelkrebse, Pollen und Algen, deren Zahl in die Millionen geht und nicht annähernd abgeschätzt werden kann. Besondere Schwerpunkte sind Fossilien aus Bayern und angrenzenden Regionen. Darüber hinaus befinden sich in der Sammlung bedeutende Fossilien aus anderen Regionen, u.a. von klassischen Fundstellen in Griechenland, Ägypten, Australien, Pakistan, Südafrika und Texas.
Website der Sammlung 
SonstigesMittwoch 10 bis 12 Uhr, Zi. 206 (Dr. Helmut Mayr) sowie nach telefonischer Voranmeldung unter 089 - 2180 6611 Fossil-Bestimmung 
Stand der InformationenMärz 2014
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungErfassung durch Inventarbücher, Karteikarten und EDV 
Bedeutende Teilbestände
  • Skelett eines Bradysaurus
  • Skelett eines Prestosuchus
  • Skelett eines Plateosaurus
  • Schädel eines Triceratops
  • Skelett eines Riesenhirschs
  • Skelett eines Urelefanten
  • Skelett eines Höhlenbären
  • Skelett einer Seekuh
  • Skelett einer Säbelzahnkatze
  • Sammlung Solnhofer Plattenkalken (darunter: Archaeopteryx bavarica)
  • Sammlung der Fossillagerstätte Sandelzhausen bei Mainburg
  
Geschichte
Personen
GeschichteDie Geschichte der Paläontologischen Sammlung in München ist eng verknüpft mit dem Werdegang der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, die 1759 unter Kurfürst Max III. (1727-1777) gegründet wurde. Bedeutende Zugänge an Fossilien erfolgten durch das Mannheimer Naturalienkabinett des Kurfürsten Karl Theodor (1724-1799) und die Verlegung der Universität 1826 von Landshut nach München. Die Paläontologische Sammlung erlangte 1843 ihre Selbständigkeit durch die Ernennung von Johann Andreas Wagner (1797-1861) zum "Konservator der Paläontologischen Sammlung des Staates und der Universität". Die Institution, damals angesiedelt in der "Alten Akademie" an der Neuhauserstraße 51 im Zentrum Münchens, erhielt die offizielle Bezeichnung "Paläontologisches Museum".
Unter Karl Alfred von Zittel (1839 -1904) erlangte die Münchener Paläontologie Ende des 19. Jahrhunderts Weltruf. Die Sammlung - 1890 vereinigt mit der Geologie - stieg zu einer der bedeutendsten des Kontinents auf. Nach Zittels Tod 1904 übernahm August Rothpletz (1853-1918) die Leitung. Ihm ist der Lehrstuhl für Geologie zu verdanken, für dessen Errichtung er in seinem Testament der Universität 130.000 RM vermachte. Damit verbunden war die Trennung der unter Zittel vereinten Sammlungen und Bibliotheken sowie die Umbenennung der paläontologischen Sammlung 1919 in "Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und historische Geologie".
Ab 1920, unter Ferdinand Broili (1874-1946), stand vor allem die Wirbeltierpaläontologie im Mittelpunkt der Forschung. Expeditionen sowie der Transfer der Kollektion des Oberbergamtes mit wertvollen Originalen brachten der Sammlung erneuten Zuwachs. 1940 übernahm Karl Beurlen (1901-1985) die Leitung. Wegen drohender Bombenangriffe lagerten seine Mitarbeiter (Edgar Dacqué (1878-1945), Hirmer, Schröder, Weber) gegen den Willen der Leitung bereits ab 1942 einen Teil der wissenschaftlich bedeutenden Fossilien in bayerische Schlösser aus. In der Nacht vom 24. auf den 25. April 1944 brannte das Gebäude an der Neuhauserstraße 51 mitsamt den dort verbliebenen Fossilien (etwa 80% des Bestandes) nieder.
Nach Kriegsende leitete Joachim Schröder kommissarisch Institut und Sammlung. Er organisierte den Rücktransport und die Zusammenführung der ausgelagerten Sammlungsbestände. 1950 wurde Richard Dehm (1907-1996) nach München berufen. Sammlung und Institut wurden im Haus der ehemaligen städtischen Kunstgewerbeschule an der Richard-Wagner-Straße 10 untergebracht. Trotz knapper Geldmittel konnte Dehm durch Ankauf wertvoller Sammlungen, eigene Grabungen und gezielt angesetzte Dissertationen und Diplomarbeiten die Sammlungsbestände wieder auffüllen. Mit der Herausgabe der Fachzeitschriften "Mitteilungen...." und "Zitteliana" sowie mit der Schaffung von festen Stellen für Mikropaläontologie und Paläobotanik am Institut und dem damit verbundenen Aufbau der entsprechenden Sammlungen gelang es, der Münchener Staatssammlung wieder internationale Bedeutung zu verschaffen.
Auf Richard Dehm folgte im Jahr 1976 Dietrich Herm als Direktor der Staatssammlung. Schwerpunkt seiner Forschungsvorhaben war die Mikropaläontologie, insbesondere der kreidezeitlichen Ablagerungen des alpinen und außeralpinen Raumes in Deutschland, Österreich, Italien und Spanien. Von 1998 - 2005 leitete Reinhold Leinfelder die Staatssammlung. Unter seiner Leitung wurde am 1. August 2000 die Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Historische Geologie mit der Geologischen Staatssammlung zu einer gemeinsamen Staatssammlung mit dem Namen Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie vereinigt.
Website der Sammlung