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Akademisches Münzkabinett

Allgemein
BezeichnungAkademisches Münzkabinett
UniversitätFriedrich-Schiller-Universität Jena
UniversitätsortJena
Museums- und SammlungsartKulturgeschichte & Kunst
Museums- und SammlungsformLehr- und Forschungssammlung
SammlungsschwerpunktGeschichtswissenschaft · Historische Hilfswissenschaften · Klassische Altertumswissenschaft · Numismatik
Externe Links
AdresseFriedrich-Schiller-Universität Jena
Akademisches Münzkabinett
Institut für Altertumswissenschaften
Fürstengraben 1
07743 Jena
KontaktProf. Dr. Eva Winter (Sammlungsleiterin)
Eva.Winter@uni-jena.de
Telefon: +49 (0) 3641 944821
BeschreibungNeben dem Großherzoglichen orientalischen Münzkabinett beherbergt das Akademische Münzkabinett der Jenaer Universität eine anschauliche Kollektion an Geldstücken. Den bedeutendsten Teil des Akademischen Münzkabinetts bildet eine Dauerleihgabe der Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen, die ehemals 4.346, heute 4.313 antike Münzen zählende Sammlung des preußischen Oberstleutnants Friedrich Wilhelm Schmidt (gest. 1845) aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Numerisch entspricht die Sammlung der universitätseigenen antiken und mittelalterlichen Münzen heute mit 1.245 Exemplaren im Wesentlichen dem Umfang der Sammlung zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Website der Sammlung 
Stand der InformationenSeptember
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungFür einen Teil der Sammlung gibt es einen gedruckten Katalog. 
Bedeutende Teilbestände
  • Sammlung von Karl Wilhelm Göttling (1793-1869)
  • Teile der Sammlung von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Sammlung von Friedrich Wilhelm Schmidt (gest. 1845)
  • Sammlung von Rudolf Gaedechens (1834-1904)
  • Sammlung von Friedrich Ortloff (1797-1868): circa 200 römische Münzen
  • Sammlung von Alfred Nicolovius (1806-1890)
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1845 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteDen Grundstock für die Münzsammlungen des Akademischen Münzkabinetts der Friedrich-Schiller-Universität Jena bildete die Spezialsammlung des 1. Direktors des Archäologischen Museums Karl Wilhelm Göttling (1793-1869). Das Gründungsdatum fällt so auch mit der Etablierung des Archäologischen Museums der Universität 1845 zusammen.
Weitere Sammlungen folgten durch Stiftungen, Schenkungen und Ankäufe. So kam auch ein Teil der numismatischen Kollektion von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) an die Universität. Die umfangreichste Sammlung stammt jedoch von dem Königlich Preußischen Oberstleutnant Friedrich Wilhelm Schmidt (gest. 1845), der diese bis 1845 aufgebaut hatte. Über Schmidt selbst ist sehr wenig bekannt. Seit 1908 ist die Schmidt’sche Sammlung eine Dauerleihgabe an das Archäologische Institut.

Mit dem Numismatiker Behrendt Pick (1861-1940) begann unter der Ägide von Rudolf Gaedechens (1834-1904) die wissenschaftliche Systematisierung der Sammlung. Pick hielt vom Wintersemester 1896/97 bis zum Wintersemester 1930/31 regelmäßig Vorlesungen zur Numismatik.

Den entscheidenden Aufschwung erhielt die universitäre Sammlung durch den Kunsthistoriker und Archäologen Ferdinand Noack (1865-1931), der erste Planungen für das Aufstellen der Münzsammlung im neu zu schaffenden Archäologische Museum im Universitätsneubau 1904 bis 1908 unterbreitete. Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff „Akademisches Münzkabinett“.
Ein markantes Jahr für die Sammlung war 1908. Neben der Schmidtchen Kollektion, die fortan den Fokus der Sammlung bildet und aus 4.326 Münzen besteht, erhielt das Kabinett zwei weitere Leihgaben. Einerseits handelte es sich um die Sammlung des Staatsministers Christian Gottlob von Voigt (der Ältere) (1743-1819), ein Briefpartner Goethes, mit circa 200 Münzen, anderseits um die Kollektion des Großherzoges Karl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach (1818-1901) mit 1.438 Stücken. 1938 gingen diese beiden Sammlung wieder nach Weimar zurück.

In den beginnenden 1930er Jahren wurde es ruhig um die Sammlung. Sie verschwand erst einmal in Stahlschränken. Die Situation besserte sich Ende der 1930er Jahre etwas, vor allem auch, da sie wieder als Anschauungsmaterial in der Lehre Verwendung fand.
1942 wurden die Sammlungen zweigeteilt. Die älteren griechischen, römischen und byzantinischen Stücke blieben beim Archäologischen Institut, die neueren gingen zum Historischen Institut, und seit 1961 als Leihgabe an das Jenaer Stadtmuseum.
Die Sammlung des Archäologischen Instituts erlitt keine kriegsbedingten Verluste. Nach 1945 wurde sie aber erst einmal als Leihgabe ins Berliner Münzkabinett gebracht. Deren Bestände wurden als Beutegut in die Sowjetunion verschickt und kamen dann 1962 nach Ostberlin zurück. In diesem Jahr ging das Akademische Münzkabinett wieder zurück als Dauerleihgabe an die Jenaer Universität. Seit 1974 wird die Sammlung ständig betreut, gepflegt und einzelne Münzen wurden restauriert. 1992 verschwand die Sammlung noch einmal kurzfristig in den Kellerräumen um dann seit 1997 entsprechend numismatisch-konservatorischen Gesichtspunkten aufbewahrt zu werden. Seitdem wird sie wieder in der Lehre eingesetzt.

Schörner, 2005 
  
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