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Wachsmoulagensammlung der Klinik für Dermatologie Marburg

Allgemein
BezeichnungWachsmoulagensammlung der Klinik für Dermatologie Marburg
UniversitätPhilipps-Universität Marburg
UniversitätsortMarburg
Museums- und SammlungsartMedizin
Museums- und SammlungsformLehrsammlung
SammlungsschwerpunktDermatologie · Humanmedizin · Medizin
Externe Links
AdressePhilipps-Universität Marburg
Universitätsklinikum Gießen und Marburg
Klinik für Dermatologie
Deutschhausstr. 9
35037 Marburg
KontaktDr. Hannelore Mittag (Ansprechpartnerin)
mittag@med.uni-marburg.de
Telefon: +49 (0) 6421 28 62 947
BeschreibungSeit dem frühen 19. Jahrhundert verbreitete sich in Europa die Moulagentechnik. Wesentliche Triebkraft für das Entstehen von Moulagensammlungen war das Defizit an Demonstrationsobjekten für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Sie sollten dabei als Ergänzung einer genauen Beschreibung des Krankheitsbildes dienen. Im Unterschied zu Wachsmodellen sind Moulagen in Größe, Form und Farbe naturnahe, dreidimensionale Nachbildungen von krankhaft veränderten, verletzten oder fehlgebildeten Körperteilen. Sie sind unmittelbar am Patienten mit Hilfe von Gips abgeformt. Nach dem Aushärten der Negativform wird diese mit Wachs ausgegossen und danach die Oberfläche farblich gestaltet. Dabei muss der gesamte Herstellungsprozess innerhalb kürzester Zeit stattfinden, da auch die farbliche Wiedergabe im Beisein des Patienten geschehen sollte. Zudem wurden die meisten Moulagen noch mit Körperbeharrung ergänzt, um die Lebensnähe zu realisieren.
Die Klinik für Dermatologie verfügt über eine kleine Wachsmoulagensammlung. Die Sammlung umfasst circa 20 Objekte, die im Hörsaal des Hauses in Schaukästen aufgestellt sind. Sie befinden sich aktuell in einem mäßigen Erhaltungszustand und warten auf sachkundige Restaurierung. Dennoch verfügen sie nach wie vor über eine sehr aussagekräftige Struktur und Farbigkeit. Eine wissenschaftliche Forschungsarbeit zur Geschichte der Sammlung wurde von der Klinik in Auftrag gegeben. 
Stand der InformationenMärz 2009
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungZur Zeit arbeitet Herr Gerald Jaeger an einer Dissertation mit dem Arbeitstitel "Die Marburger Moulagen". Hier sollen das Zustandekommen der Sammlung, die Herkunft der Objekte und die Objekte selbst aus formaler und klinischer Sicht untersucht werden. 
Bedeutende TeilbeständeEs existieren keine Teilbestände.
  
Geschichte
Personen
GeschichteDie Marburger Moulagen sind nicht datiert, werden aber auf ein Alter zwischen 90 und 100 Jahren geschätzt. Einzelne Objekte sind rückseitig gestempelt und stammen aus Dresden. Eine Moulage ist mit dem Namen Fritz Kolbows (1878-1946) signiert. Als bekannter Moulageur fertigte er Moulagen für das Pathologische Institut in Berlin unter Rudolf Virchow und vor allem für Hautkliniken im In- und Ausland an. Ganz entscheidend war er auch am Aufbau der Dresdener Moulagensammlung beteiligt. 
  
Publikationen
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