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Herbarium des Botanischen Gartens und Botanischen Museums Berlin-Dahlem (B)

Allgemein
BezeichnungHerbarium des Botanischen Gartens und Botanischen Museums Berlin-Dahlem (B)
UniversitätFreie Universität Berlin
UniversitätsortBerlin
Museums- und SammlungsartNaturgeschichte/Naturkunde
Museums- und SammlungsformHerbarium
SammlungsschwerpunktBiologie · Botanik · Mykologie · Phykologie
Externe Links
AdresseFreien Universität Berlin
Herbarium des Botanischen Gartens und Botanischen Museums Berlin-Dahlem
Königin-Luise-Straße 6-8
14195 Berlin
KontaktDr. Robert Vogt (Kustos)
r.vogt@bgbm.org
Telefon: +49 (0) 30 838 50123
BeschreibungDas Herbarium (internationales Akronym B), d.h. die Sammlung gepresster und getrockneter Pflanzen, bildet den größten und bedeutendsten Bestandteil der wissenschaftlichen Sammlungen der Forschungseinrichtung Botanisches Museum.

Museum, Herbarium und Bibliothek sind in einem gemeinsamen Gebäude an der Königin-Luise-Straße untergebracht, das zwischen 1903 und 1906 errichtet wurde. Neben den Blütenpflanzen umfasst das Herbarium Vertreter aller Pflanzengruppen, wie Algen, Pilze, Flechten, Moose und Farne. Da sich nicht alle Pflanzen bzw. deren Teile auf die gleiche Art präparieren lassen, wird das Herbarium durch verschiedene Sondersammlungen ergänzt. Dazu gehören u.a. die Frucht- und Samensammlung (große Trockenfrüchte und Samen), die Nasspräparatesammlung (z.B. große Blüten, fleischige Früchte, Knollen usw., die in Alkohol oder Formol konserviert sind) sowie die Zapfen- und Holzsammlung. Erwähnenswert ist außerdem die Sammlung pflanzlicher Überreste aus ägyptischen Gräbern, die von G. Schweinfurth nach Berlin gebracht worden sind. 
Stand der InformationenNovember 2013
  
Bestände
Objektgruppen
Bedeutende Teilbestände
  • Historische Sammlung von C. L. Willdenow
  • Sammlungen des Herbariums BHU (270.000 specimens), eingegliedert 1993
    • Sammlung (in Teilen) von Theodor Friedrich Ludwig Nees von Esenbeck (1787-1837)
    • Sammlung von Ludolf Christian Treviranus (1797-1864)
    • Sammlung von G. Krüssmann
    • Sammlung von L. Späth
  • Sammlung von Angiospermen (Bedecktsamer)
    • J. F. N. Bornmüller (Südosteuropa und Naher Osten)
    • J. & M. S. Clemens (Neu Guinea)
    • K. Dinter (Südwest Afrika)
    • A. Peter (Afrika)
  • Sammlung von Cyperaceae (Sauergräser) von G. Kükenthal
  • Sammlung von Pteridophyten
    • A. Braun
    • G. Forster
    • G. Hieronymus
    • J. F. Klotzsch
    • M. Kuhn
    • G. Kunze
    • H. F. Link
    • G. H. Mettenius
    • J. Milde
    • K. Sprengel
    • Sammlung von Moosen
    • S. E. de Bridel
    • C. Warnstorf
  • Sammlung von Pilzen
    • E. Jahn
    • P. Hennings
    • W. Kirschstein
    • A. Ludwig
    • Th. Nitschke
    • C. G. T. Preuss
    • L. Rabenhorst
    • G. Winter
  • Sammlung von Flechten (Lichenes)
    • O. Behr
    • J. G. Lahm
    • G. Lettau
    • W. Zopf
  • Spezialsammlungen
    • Früchte und Samen
    • Palmenfrüchte
    • Gymnospermen-Zapfen
    • Hölzer
    • Alkoholpräparatesammlung
    • Fossilien
    • Pflanzliche Überreste aus Ägyptischen Gräbern (G. Schweinfurth)
  • Teile des Herbariums BSB (15.000 specimens), eingegliedert 2005
  • Teile des Herbariums DUSS (6.000 specimens), eingegliedert 1998
  • Teile des Herbariums KOELN (25.000 Lichenenes), eingeliedert 2005
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1818 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteErste Pflanzensammlungen wurden bereits von Johann Sigismund Elsholtz (1623-1688) um 1657 noch vor der Gründung des Botanischen Gartens durchgeführt. Die eigentliche Geschichte des Berliner Herbariums begann aber im Jahr 1818 mit dem Ankauf der Sammlung des 1812 verstorbenen Direktors des damals in Schöneberg gelegenen Botanischen Gartens, Carl Ludwig Willdenow (1765-1812), dessen Herbar über 20.000 Arten enthielt. Der Ankauf der Sammlung erfolgte auf Initiative des damaligen Direktors des Botanischen Gartens Heinrich Friedrich Link (1767-1851) unter der Fürsprache des preußischen Ministers Karl vom Stein zum Altenstein (1770-1840). Neben zahlreichen Sammlungen, die von Mitarbeitern des Botanischen Gartens durchgeführt wurden, gingen dem Herbarium in der Folgezeit zahlreiche Sammlungen führender Botaniker zu. 1879 erhielt das Herbarium im alten Botanischen Garten ein eigenes Gebäude und somit erstmals die Möglichkeit Sammlungsstücke der Öffentlichkeit zu präsentieren. Bereits ein Jahr später wurde eine Ausstellung zur „Belehrung nicht fachlich ausgebildeter Besucher“ eröffnet. Dies war der erste Vorläufer des Botanischen Museums. Beim Umzug der Bibliothek in das neue Gebäude nach Dahlem im Jahr 1907 betrug die Anzahl der Bände und Separata etwa 37.000. Das Herbarium bestand zu diesem Zeitpunkt aus 17.500 Mappen, davon 3.200 mit Kryptogamen. Einige wichtige Sammlungen, wie die von Willdenow oder die Himalaya-Sammlung von Prinz Waldemar, wurden getrennt aufbewahrt und nicht in das Generalherbar integriert.

Bis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wuchs die Sammlung beständig und gehörte zu dieser Zeit mit rund vier Millionen Exemplaren zu den fünf bedeutendsten Herbarien der Welt. Am 1. März 1943 wurde das Botanische Museum bei einem Luftangriff schwer getroffen, und das Herbar sowie die Bibliothek wurden ein Opfer der Flammen. Nur rund 500.000 Exemplare wurden gerettet und bildeten den Grundstock für den Wiederaufbau. Durch großzügige Geschenke, Ankäufe, Tausch und eigene Sammlungen erreichte der Bestand bis heute ca. drei Millionen Exemplare, wodurch das Herbar wieder zu den 15 größten der Welt zählt. Die Überführung des Herbariums der Humboldt-Universtät (BHU) mit fast 300.000 Exemplaren im Jahre 1993 an das Museum ist hier besonders zu erwähnen.