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Schausammlung des Instituts für Tierpathologie

Allgemein
BezeichnungSchausammlung des Instituts für Tierpathologie
UniversitätLudwig-Maximilians-Universität München
UniversitätsortMünchen
Museums- und SammlungsartMedizin
Museums- und SammlungsformLehr- und Forschungssammlung
SammlungsschwerpunktMedizin · Medizingeschichte · Pathologie · Veterinärmedizin
Externe Links
AdresseLudwig-Maximilians-Universität München
Institut für Tierpathologie
Veterinärstraße 13
80539 München
KontaktProf. Walter Hermanns
hermanns@patho.vetmed.uni-muenchen.de
Telefon: +49 (0) 89 2180 2530
BeschreibungDie Schausammlung des Institut für Tierpathologie in München umfasst ca. 1.000 Präparate. 
Stand der InformationenMärz 2014
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungEs gibt von den rund 1.000 Präparaten eine vollständige Erfassung in einer Excel-Tabelle. Die Daten sind nicht öffentlich zugänglich. Die Erfassung wurde 2006 durchgeführt. Dass die Diagnosen der Präparate auf dem jeweils zeitbedingten Stand des Wissens erfolgten, die heute z.T. gar nicht mehr nachzuvollziehen sind, erweist sich dabei als Problem. Eine Überprüfung ist sehr aufwändig und mit unsicherem Ausgang verbunden.

Die fachlich interessanten Präparate (es handelt sich um Krankheiten bei Tieren, die heute gar nicht mehr oder nicht mehr in Deutschland auftreten) werden relativ umfangreich bearbeitet, um sie nicht zuletzt für eine Buchveröffentlichung nutzen zu können. 
Bedeutende TeilbeständeEs existieren keine Teilbestände.
  
Geschichte
GeschichteDas Fach Tierpathologie zählt seit der Gründung der "Thierarzney-Schule" durch Kurfürst Karl Theodor am 1. Mai 1790 zu den grundlegenden Fächern der tiermedizinischen Ausbildung.

"Erster Professor" der Anstalt war Medizinalrat Dr. Anton Will (1756-1827). Prosektor war von 1803 bis zur Umwandlung der Tierarzneischule in die "Central-Veterinär-Schule" durch den nunmehrigen König Max I. Joseph am 1. Februar 1810 Dr. L. Schwab. In diesem Amt folgte ihm im April 1827 der Tierarzt Georg Ramoser. Im Mai 1852 erfolgte die Umbenennung in "Central-Thier-Arznei-Schule". Prosektoren waren von 1860 bis 1862 Carl Hahn, der dann als Professor u. a. Vorlesungen in pathologischer Anatomie hielt, und von 1866 bis 1870 Franz Friedberger. Die Vorlesungen in Allgemeiner und Spezieller Pathologie hielten Hofer und später Wilhelm Probstmayer, der gleichzeitig Direktor der Anstalt von 1867 bis 1877 war. Mit dem Ausscheiden von Hofer 1873 wurde Dr. med. Otto von Bollinger (1843-1909) am 1. April 1874 zum Professor ernannt. Die seit 1870 vakante Stelle des Prosektors nahm 1878 Dr. med. Robert Bonnet (1851-1921) ein. Er nahm die Nachfolge von Bollingers an und wurde im Januar 1881 zum Professor ernannt. Seine Stelle als Prosektor nahm der bereits seit dem 1. August 1880 als Assistent beschäftigte Theodor Kitt (1858-1941) am 1. April 1881 ein. 1890 wurde die Einrichtung durch Prinzregent Luitpold in den Stand einer Tierärztlichen Hochschule erhoben und unter König Ludwig III. am 1. Oktober 1914 als Fakultät in die Universität München eingegliedert. Nachfolger Kitts war 1932 Oskar Seifried. Die bei Kriegsbeginn erfolgte Einberufung der meisten wehrdienstfähigen Professoren und Assistenten hatte die Schließung des Lehr- und Forschungsbetriebes der Münchener Fakultät zur Folge, der bis zum Kriegsende nicht mehr aufgenommen wurde. Der Untersuchungsbetrieb des Institutes für Tierpathologie wurde bis zu dessen vollkommener Zerstörung am 7. Januar 1945 im Institut und anschließend in den Laboratorien des Heimatpferdelazarettes 7 bis zum Kriegsende durch Frau Dr. Sassendorf aufrechterhalten.

Von 1947 bis 1952 leitete Hans Sedlmeier, der 1951 zum außerordentlichen Professor für das Fach Nahrungsmittelkunde ernannt worden war, das Institut kommissarisch. Am 13. Mai 1952 erfolgte seine Berufung zum ordentlichen Professor für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie. Erste Vorlesungen für das Fach Pathologie nach dem Zweiten Weltkrieg wurden für das Wintersemester 1948/49 angekündigt. Einen wesentlichen Ausbau der pathologisch-morphologischen Disziplinen brachte dann das Jahr 1964 mit der Neugründung des "Instituts für Onkologie und Neuropathologie" und der Besetzung des gleichnamigen Lehrstuhls durch Erwin Dahme am 1. März 1965. Eine weitere Änderung brachte die Neuordnung der Universität nach dem Bayerischen Hochschulgesetz vom 21. Dezember 1973, in dessen Vollzug die beiden Institute in ein gemeinsames "Institut für Tierpathologie" als klinische Einrichtung zusammengefasst wurden. Am 1. April 1970 folgte Joachim von Sandersleben (geb. 1922) dem Ruf auf den Lehrstuhl für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie. Zum 1. Oktober desselben Jahres nahm der von der Tierärztlichen Hochschule Hannover berufene Walter Herrmanns die Dienstgeschäfte am Institut für Tierpathologie auf. Mit seiner Emeritierung schied Erwin Dahme am 30. September 1994 aus dem aktiven Hochschulleben aus. Als Nachfolge wurde zum 1. Oktober 1994 Wolfgang Schmal berufen.

Für die pathologische und anatomische Sammlung, so genannten Lehrattribut der Anstalt seit 1810, wurde 1848 ein gesondertes Gebäude errichtet (im Jahre 1841 enthielt die Sammlung 914 Präparate und 1857 bereits 1488). Nach Umwandlung des Gebäudes in ein Chemielabor wurde das ursprünglich für das Direktorat der Centraltierarzneischule vorgesehene Gebäude durch Um- und Anbau für die Aufnahme der Institute für Anatomie und für Pathologie hergerichtet. Die Räume der Pathologie waren bei Seifrieds Berufung in einem ruinösen Zustand, wurden aber einschließlich der Sektionshalle 1932 vollständig modernisiert. 1934 baute Seifried mit Hilfe der Rockefeller-Stiftung hinter dem Tierzuchtstall einen modernen Versuchstierstall. Dieser blieb die während des Krieges verschiedentlich beschädigte Unterkunft des Institutes bis zu dessen völliger Zerstörung.

Nach dem Kriege blieb das Institut zunächst behelfsmäßig, zusammen mit der chirurgischen Tierklinik, im ehemaligen Wehrkreis-Pferdelazarett auf dem Oberwiesenfeld untergebracht. Die Sektionen mussten in einer Pferdestallung stattfinden, Vorlesung und histopathologischer Kursus wurden im Operationssaal der früheren Chirurgischen Klinik am Stammgelände an der Königinstraße abgehalten. Im Mai 1950 konnte das Institut in vier ehemalige Lagerbaracken einziehen, die auf dem mittlerer weile hinzugewonnenen Areal der ehemaligen "Jesuiterwäsche", dem jetzigen Klinikgelände, errichtet worden waren. Sie beherbergten die Sektionshalle, Sammlung, Kursussaal sowie Labor-, Arbeits- und Geschäftszimmer. Ein erneuter Umzug wurde bereits 1953 wegen der bald einsetzenden Raumnot und dem Neubau der Kliniken notwendig. Das jetzige Institutsgebäude, das auch das Institut für Medizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenmedizin beherbergt, konnte dann endgültig im Sommer 1960 bezogen werden.

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