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Münzsammlung der Universitätsbibliothek Leipzig

Allgemein
BezeichnungMünzsammlung der Universitätsbibliothek Leipzig
UniversitätUniversität Leipzig
UniversitätsortLeipzig
Museums- und SammlungsartGeschichte & Archäologie
Museums- und SammlungsformForschungssammlung
SammlungsschwerpunktGeschichtswissenschaft · Historische Hilfswissenschaften · Numismatik
Externe Links
AdresseUniversität Leipzig
Universitätsbibliothek Leipzig – Sondersammlungen
Beethovenplatz 6
04107 Leipzig
KontaktDr. Christoph Mackert (Kustos)
mackert@ub.uni-leipzig.de
Telefon: +49 (0) 341 9730 509
BeschreibungDie Münzsammlung der Universitätsbibliothek Leipzig ist mit ca. 83.000 Münzen und Medaillen die größte an deutschen Universitäten. Es handelt sich um eine universell angelegte Lehr- und Schausammlung, die zentrale geldgeschichtliche Entwicklungen unter internationaler Perspektive reich dokumentiert. Der Bestand deckt alle Epochen von der frühen griechischen Münzprägung des 6. Jahrhunderts v. Chr. bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert ab. Auch die außereuropäische Münzprägung aller Kontinente ist mit umfangreichen Teilsegmenten vertreten. Das Hauptgewicht der Sammlung liegt auf den numismatischen Zeugnissen Europas. Hier sind die verschiedenen Zeiten und Regionen in großer Vollständigkeit repräsentiert. In zahlreichen Teilsegmenten (u. a. europäisches Mittelalter) ist der Leipziger Bestand dabei qualitativ herausragend.

Den Grundstock bildeten Schenkungen ab dem frühen 18. Jahrhundert. Der erste große Ankauf fand Mitte des 19. Jahrhunderts statt, als Dank eines der Bibliothek eingeräumten Vorverkaufsrechts die Sammlung des Leipziger Kaufmanns Carl Friedrich von Posern-Klett (1798-1849) erworben werden konnte. Weitere Schenkungen und Käufe folgten. Schwerpunkte der Sammlung sind Stücke aus dem griechisch-römischen Altertum, mittelalterliche Brakteaten und neuzeitliche Münzen aus dem sächsischen Raum. 
Stand der InformationenJanuar 2014
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungDie Münzsammlung ist teilweise erfasst, da nach der kriegsbedingten Auslagerung und Verbringung in die Sowjetunion die Gesamtsammlung neu erschlossen werden muss (Stand: April 2009). Alle erschlossenen Objekte sind über Karteikarten erfasst. Für einzelne Segmente liegen elektronische Daten vor.

Folgende Bestandskataloge wurden verfasst bzw. sind in Arbeit:
- Sylloge nummorum Graecorum - Deutschland, Sammlung der Universitätsbibliothek Leipzig, Bd. 1: Autonome griechische Münzen, bearb. von Sabine Schultz, München 1993

- Sylloge nummorum Graecorum - Deutschland, Sammlung der Universitätsbibliothek Leipzig, Bd. 2: Römische Provinzialprägungen, Addenda und Corrigenda zum 1. Band, bearb. von Ewald Hausmann, München 2008

- in Vorbereitung: Katalog der Brakteaten Meißens und der benachbarten Herrschaften (erscheint 2009/10)

Die Erfassung wird seit 1978 durchgeführt. Mehrere Segmente der Sammlung sind photographisch dokumentiert und liegen teilweise auch in digitaler Form vor. 
Bedeutende Teilbestände
  • Sammlung Berns: 1718 – Schenkung von Chr. Berns aus Sorau; „meißnischen Bracteaten der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts“
  • Sammlung Kretzschmann: 1774 – testamentarische Schenkung des „kursächsischen Hofmedicus zu Dresden, Dr. Samuel Kretzschmann (gest. 1774); antike, mittelalterliche und neuere Münzen und Medaillen
  • Hassesche Sammlung: 1848 – testamentarische Schenkung des Professors der Hilfswissenschaften Friedrich Christian August Hasse (1773-1848); 27 Münzen und 36 Medaillen
  • Bracteaten-Sammlung: April 1848 – Übergabe durch das Schulrentamt von Grimma an die Leipziger Universität; „16 meißnische Bracteaten aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, die bei einem Baue auf dem Grund und Boden des dasigen Schulamtes gefunden wurden“
  • Sammlung Seiwerth: vor 1852 – Schenkung des Lehrers Fr. Seiwerth „zu Schäßburg in Siebenbürgen“; „einige kleine dort gefundene Münzen“
  • Sammlung Gersdorf: vor 1852 – Schenkung des Hofrates und Kustos’ des Münzkabinetts (seit 1852) Ernst Gotthelf Gersdorf (1804-1847); Sammlung seltener in Frankfurt a. M. erworbener Münzen, darunter ein Frankfurter Doppelgulden, „der auf die Wahl Sr. Maj. des Königs Friedrich Wilhelm IV. von Preußen zum Kaiser der Deutschen geprägt worden“ ist
  • v. Zehmensche Sammlung: 1849 – testamentarische Schenkung des Obergerichtsrates Karl Heinrich Ferdinand von Zehmen (1772-1849)
  • v. Posern-Klettsche Sammlung: vor 1852 – Schenkung des Stadtrates v. Posern-Klett (1798-1849)
  • v. Posern-Klettsche Sammlung: 1852 – Ankauf der reichen und wertvollen Münzsammlung des Numismatikers Carl Friedrich von Posern-Klett (1798-1849) für nur 2.000 Taler; 45.176 Münzen, davon 202 aus Gold, 36.711 aus Silber, 8.263 aus Kupfer, Bronze, Leder etc.

Das Münzcabinet, 1858
  
Geschichte
Ereignisse
  • Zwischen 1717 und 1718 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteDen Grundstock der Sammlung bildete eine Schenkung aus dem Jahre 1718. Damals hatte ein gewisser Chr. Berns aus Sorau „einen wertvollen, aus meißnischen Bracteaten der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts bestehenden Münzfund der Universität geschenkt“. Der nächste Zugang war eine Münzsammlung aus dem Testament des „kursächsischen Hofmedicus zu Dresden, Dr. Samuel Kretzschmann“, welche nach seinem 1774 eingetretenen Tod noch im selben Jahr an die Leipziger Universität gebracht worden und dort „im Locale der Bibliothek in drei kleinen Schränken aufgestellt“ worden war.

Eine Bestandsprüfung aus dem Jahre 1833 ergab eine Gesamtzahl von 1.200 römischen Münzen, „meist in Erz und schlecht conservirt“, ca. 500 Silbermünzen bis zur Groschengröße sowie etwa „2.000 Stück in der Mehrzahl sehr wohl erhaltener Kupfermünzen des 17. und der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts“.

Zusätzliche private und öffentliche Schenkungen konnten zwischen 1848 und 1849 entgegen genommen werden. Eine bedeutende Erweiterung der Sammlung bildete der Ankauf der v. Posern-Klettschen Sammlung. Der bekannte Numismatiker Carl Friedrich von Posern-Klett (1798-1849) hatte in seinem 1838 verfassten Testament verfügt, dass „seine reiche und werthvolle Münzsammlung der ‚Deutschen Gesellschaft zu Erforschung vaterländischer Sprache und Alterthümer’, der Universität Leipzig, der Stadt Leipzig und dem königlichen Münzcabinet zu Dresden für den Preis von 2.000 Thlrn.“ nach seinem Tod zum Kauf angeboten werden solle.

Nachdem die anderen Institutionen 1851 ihre Ansprüche auf die Sammlung zu Gunsten der Universität abgetreten hatten, konnte der Bestand am 9. Juni 1852 durch den im selben Jahr eingestellten Kustos Hofrat Gersdorf (1804-1847) offiziell übernommen werden. Inoffiziell waren die Münzen bereits im Februar 1850 in „einem Local des Universitätsrentamts“ untergebracht und dort „unter Notariatssiegel aufbewahrt worden“, bevor sie 1856 in ein kleines Zimmer der Universitätsbibliothek verlegt wurden. Im August und September 1853 ermöglichte das Königliche Ministerium durch Bereitstellung beträchtlicher finanzieller Mittel einen weiteren Neuerwerb, sodass Münzen im Wert von ca. 500 Talern angeschafft werden konnten.

Um 1856 hatte der Kustos Gersdorf auch mit der „Herstellung eines den Bestand feststellenden Inventars begonnen“. Demnach umfasste die komplette Sammlung 1857 „mit Ausschluß der Doubletten, 51.093 Münzen und Medaillen, nämlich 225 in Gold, 41.395 in Silber, 9473 in Kupfer, Erz, Leder u. s. f., oder nach dem Alter 4014 Münzen des Alterthums, darunter 516 römische Familienmünzen, 16.170 des Mittelalters, 31.909 der neueren Zeit seit dem Anfange des 16. Jahrhunderts“.

Das Münzcabinet, 1858 
  
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