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Lehrgrubensammlung

Allgemein
BezeichnungLehrgrubensammlung
UniversitätTechnische Universität Bergakademie Freiberg
UniversitätsortFreiberg
Museums- und SammlungsartNaturwissenschaft & Technik
Museums- und SammlungsformLehrsammlung
SammlungsschwerpunktBergbauwesen · Geowissenschaften · Kulturgeschichte · Lagerstättenkunde · Technikgeschichte · Verfahrenstechnik
Externe Links
AdresseTU Bergakademie Freiberg
Lehr- und Forschungsbergwerk
Fuchsmühlenweg 9
09599 Freiberg
ÖffnungszeitenNach Vereinbarung. Teile des Bestands sind im Rahmen der durch den Verein Himmelfahrt-Fundgrube e.V. betriebenen Einfahrten und Besichtigungen regelmäßig zugänglich.
KontaktProf.Dr.-Ing. Helmut Mischo
Helmut.Mischo@mabb.tu-freiberg.de
BeschreibungDie TU Bergakademie Freiberg betreibt ein Bergwerk für Lehre, Forschung und Weiterbildung. Es wird nach den Richtlinien des Bundesberggesetzes geführt und ist entsprechend dem Sächsischen Hochschulgesetz eine selbständige wissenschaftliche Einrichtung.

Das Grubenpersonal unterstützt die Umsetzung der Lehr-, Forschungs- und Weiterbildungsprogramme der Fachinstitute und wartet die historischen technischen und baulichen Einrichtungen der Schachtanlage „Alte Elisabeth“ (Dampffördermaschine von 1848, Hängebankeinrichtung für einen tonnlägigen Schacht, Betstube, Bergschmiede, Gebläsehaus).
Das Lehrbergwerk ist Ansprechpartner für Lehrbefahrungen auf den Gebieten Lagerstättenkunde, Naturwissenschaft, Technikgeschichte, Maschinenbau, Wissenschaftsgeschichte und Bergbau für Studierende von Universitäten und Hochschulen unterschiedlicher Studiengänge sowie für Bildungseinrichtungen.
In einem zwei qkm großen und 200 m tiefen Bergwerk mit den Schachtanlagen „Reiche Zeche“ und „Alte Elisabeth“ sind Grubenbaue des 14. bis 20. Jahrhunderts erschlossen. Sie veranschaulichen die Entwicklung von Suche, Erkundung und Abbau von Silber- und Buntmetallerzen. Zugleich sind geologische Lagerstättenaufschlüsse zugängig, die eine praxisnahe montangeologische Beschäftigung mit der Lagerstätte gestatten. Die Maschinen und Ausrüstungen in der Grube belegen die Technikentwicklung über einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren. Die Tagesanlagen haben Ausrüstungen aus dem 19. und 20. Jahrhundert, z. B. die Dampffördermaschine von 1848, eine Wassersäulenmaschine von 1875, zwei elektrische Fördermaschinen, Bohrmaschinen von 1855 bis in die Gegenwart, Förderwagen vom 18. bis 20. Jahrhundert, eine Bergschmiede von 1880, die Scheidebank, eine Zimmermannswerkstatt, das Hüttengebläse von 1831 und die Betstube mit einer 200 Jahre alten Orgel. 
SonstigesDie Lehrgrubensammlung wird sowohl in der Ausbildung der Studenten als auch von der Öffentlichkeit genutzt. Die touristische Nutzung der Lehrgrube und damit auch der Lehrgrubensammlung erfolgt durch den Verein Himmelfahrt-Fundgrube e.V. auf der Basis eines Nutzungsvertrages mit der TU Bergakademie Freiberg. 
Stand der InformationenOktober 2009
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungVon der Lehrgrubensammlung wurden bisher circa 330 Sachzeugen im Bereich der Übertageanlagen der „Alten Elisabeth“ in einer Datenbank erfasst. Schätzungsweise die doppelte Menge muss noch erfasst werden. Das betrifft u.a. eine Sammlung historischer Bohrgeräte im Gebäude „Alte Elisabeth“ sowie die Objekte auf der „Reichen Zeche“ und im Untertagebereich.
Die Objekte wurden in den 1990er Jahren aufgenommen. Eine Digitalisierung der Bestände erfolgt bereits bei Neuzugängen, bei älteren Beständen soll diese demnächst durchgeführt werden. 
Bedeutende TeilbeständeEs sind keine nennenswerten Teilbestände vorhanden.
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1919 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
GeschichteIm Jahre 1168 wird im Münzbachtal (Freiberg) Silber gefunden, damit beginnt der bis heute anhaltende Bergbau im Erzgebirge. Die Urkunden erwähnen um 1233 erstmals das Freiberger Bergrecht. Mehr als dreißig Jahre später erwähnt Albertus Magnus (1193/1206-1280) in seinem Buch "De re mineralibus et rebus metalliscis" das Freiberger Silber. Um 1300 wurden Stollen in das Gebirge getrieben. 1384 werden in einer Urkunde einzelne Gruben genannt, dazu gehört auch die „Reiche Zeche“ (heute: „Alte Reiche Zeche“).
Im Jahre 1511 beginnt der schriftliche Nachweis der Grubenbesitzer (erstmals Erwähnung der Grube Sankt Elisabeth), auch der Ruf Freibergs als Bergbaustandort mit höchstem technischen know-how und moderner Technik ist bereits weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. 1765 wird die Bergakademie Freiberg durch Oberberghauptmann Friedrich Wilhelm von Oppel (1720-1769) und Generalbergkommisar Friedrich Anton von Heynitz (1725-1802) gegründet. 1847 wird ein Kehrrad mit 11,2 m Durchmesser in 67 m Teufe im Schacht "Reiche Zeche" eingebaut. Die Radstube ist heute wieder zugängig. Das Aufschlagwasser kommt vom Himmelfahrter Kunstgraben über Thurmhof Schacht, Abraham Schacht, Bär Schacht. 1898 erfolgt der Einbau einer leistungsstärkeren Dampfmaschine (Bobine) auf der "Reichen Zeche". 1919 übernimmt vom Himmelfahrter Grubenfeld die Bergakademie die Schächte "Reiche Zeche" und "Alte Elisabeth" als Lehrbergwerk. Letztere wird vorrangig für untertägige Markscheidepraktika genutzt. Auf der "Reichen Zeche" entsteht ein Maschinenversuchsfeld.
1937 beginnt die Wiederaufnahme des Abbaus von Buntmetallen. Der Schacht „Reiche Zeche“ wird mit der Wiederaufnahme des Bergbaus von der Bergakademie ausgegliedert.
Ab den 1980er Jahren werden der "Reiche Zeche" Schacht und die umliegende Grubenbaue aufgewältigt (begehbar gemacht). Mit der Rückführung der Tagesanlage "Reiche Zeche" vom Freistaat Sachsen an die TU Bergakademie Freiberg (1993/1994) beginnen unter Beachtung denkmalpflegerischer Aspekte Um- und Ausbauarbeiten.