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Pathologisch-Anatomische Sammlung

Allgemein
BezeichnungPathologisch-Anatomische Sammlung
UniversitätErnst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
UniversitätsortGreifswald
Museums- und SammlungsartMedizin
Museums- und SammlungsformLehrsammlung
SammlungsschwerpunktHumanmedizin · Medizin · Pathologie
Externe Links
AdresseInstitut für Pathologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Friedrich-Loeffler-Straße 23e
17475 Greifswald
ÖffnungszeitenFührungen nach Vereinbarung
KontaktProf. Dr. Frank Dombrowski (Direktor des Instituts für Pathologie)
frank.dombrowski@uni-greifswald.de
Telefon: +49 (0) 3834 86 5769
BeschreibungDas Institut verfügt über eine Sammlung von 2.200 Nasspräparaten und 300 Knochenpräparaten für Lehrzwecke, deren älteste Stücke aus dem Jahre 1858 stammen. Dazu kommt eine vollständige Sammlung aller in den vergangenen Jahren eingegangenen Gewebeproben, die für verschiedene Forschungszwecke genutzt werden können. 
SonstigesHeute steht die Grawitz-Sammlung für die Ausbildung der Studierenden der Human- und Zahnmedizin zur Verfügung. Gelegentlich werden mit der ständig von Fachpräparatoren betreuten Sammlung wissenschaftliche Fragestellungen bearbeitet. 
Stand der InformationenMärz 2012
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungDie Objekte der Sammlung sind größtenteils erfasst. Die Erfassung erfolgte zur Eröffnung der Sammlung 1905 über Karteikarten und Inventarbücher. Die neue Erfassung erfolgte im Rahmen einer Doktorarbeit über eine Datenbank. Eine öffentlich zugängliche Datenbank existiert nicht.
Die Erfassung wurde 2005/2006 durchgeführt.
Teile der Sammlung sind digitalisiert und die Vervollständigung der Digitalisierung wird angestrebt (Stand: April 2009). 
Bedeutende Teilbestände
  • Präparatesammlung: 2.200 Nasspräparate, 300 Knochenpräparate
  • Sammlung von Gewebeproben
  
Geschichte
Personen
GeschichteDie Pathologisch-Anatomische Sammlung ist in acht Organsystemgruppen mit weiteren speziellen Erkrankungsgebieten eingeteilt. Paul Albert Grawitz (1850-1932) erweiterte die Präparatesammlung, so dass sie im Jahre 1905 in einem dafür eingerichteten Museum allen Medizinern zur freien Benutzung offen stand. 1909 verfasste er einen 700-seitigen Museumsführer, der eine Anleitung zum Selbststudium der pathologischen Anatomie enthielt und gleichzeitig als Lehrbuch für die Studenten diente. Neben einem Pockenfall und dem entsprechenden Wachsmodell eines Beines zeigt die Ausstellung monströse Tumore, ungewöhnliche Fehlbildungen wie auch seltene entzündliche Krankheiten beispielsweise Syphilis und Darmtuberkulose. Darüber hinaus enthält die Sammlung riesige Steinbildungen aus dem Tierreich, etwa die Darmsteine eines Pferdes.
Der bedeutende Mediziner Paul Albert Grawitz (1850-1932), dem die Pathologisch-Anatomische Sammlung ihren Namen verdankt, leitete 35 Jahre (1886 bis 1921) als Ordinarius die Geschicke des Lehrstuhls für Pathologische Anatomie und Allgemeine Pathologie in Greifswald. Dieser gehört zu den zehn ältesten seiner Art in Deutschland. Grawitz, nach dem auch der Nierenkrebs benannt wurde (Grawitz-Tumor), setzte die Arbeit seines Vorgängers Prof. Friedrich Grohé (1830-1886) fort. Grohé leitete das Institut für Pathologie zwischen 1858 und 1886 und begann in dieser Zeit mit dem Aufbau der Sammlung. Die beiden Wissenschaftler waren Schüler des Begründers der modernen Pathologie, Rudolf Ludwig Karl Virchow (1821-1902), der unter anderem für seine Sammeltätigkeit im Bereich medizinischer Präparate international bekannt war.