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Originalsammlung des Archäologischen Instituts

Allgemein
BezeichnungOriginalsammlung des Archäologischen Instituts
UniversitätGeorg-August-Universität Göttingen
UniversitätsortGöttingen
Museums- und SammlungsartGeschichte & Archäologie
Museums- und SammlungsformLehr- und Forschungssammlung
SammlungsschwerpunktArchäologie · Klassische Altertumswissenschaft · Klassische Archäologie · Kunst
Externe Links
Adresse Georg-August-Universität Göttingen
Archäologisches Institut
Nikolausberger Weg 15
37073 Göttingen
ÖffnungszeitenMo-Fr 10 - 13 Uhr und nach Vereinbarung
Kontakt Dr. Daniel Graepler (Kustos)
dgraepl@gwdg.de
Telefon: +49 (0) 551 39 7497
BeschreibungDas Archäologische Institut in Göttingen besitzt eine der umfangreichsten Sammlungen antiker Artefakte. Neben der bedeutenden numismatischen Sammlung, die über 40.000 Objekte aus der Antike, dem Mittelalter und der Neuzeit umfasst, umfasst der Bestand auch antike Skulpturen, Keramik und kunsthandwerkliche Artefakte. Dazu gehören u.a. auch 234 schwarzfigurige Keramikvasen bzw. -fragmente aus dem 6. Jahrhundert vor Christus. Insgesamt zählt die Sammlung circa 5.000 bis 6.000 Objekte. 
Stand der InformationenDezember 2010
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungIm Jahr 1887 wurde ein vollständiger Katalog der Bestände mit 1.554 Nummern publiziert. 2007 erschien eine Publikation, die die schwarzfigurigen Keramikvasen auf 86 Tafeln mit mehreren hundert Abbildungen dokumentiert und diese in einem Katalogteil detailliert beschreibt und wissenschaftlich einordnet. Eine digitale Aufnahme erfolgte bisher noch nicht. 
Bedeutende Teilbestände
  • Originalesammlung von Karl Otfried Müller (1797-1840)
  • Teile der Sammlung römischer Keramik von Heinrich Dressler
  • Teile der Sammlung Fontana aus Triest
  • Artefakte aus den Sammlungen Margaritis und Vogell
  • Nachlass des Archäologen Johannes Boehlau (1861-1941)
  • Sammlung von Benno Markus (1921-1989)
  • Antikensammlung von Johann Ludwig Graf von Wallmoden (1736-1811)
  • Gemmensammlung
  
Geschichte
Ereignisse
  • Zwischen 1812 und 1840 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteWohl schon unter Christian Gottlob Heyne (1729-1812) wurden vereinzelt Originale gesammelt, doch erst während der Leitung des Archäologischen Instituts unter Karl Otfried Müller (1797-1840) folgten in großem Maßstab Ankäufe antiker Kunstwerke. Allerdings verstarb Müller auf einer Forschungsreise schon im Jahre 1840 in Athen. Neben Ankäufen für das Institut hatte Müller auch eine private Sammlung antiker Artefakte angelegt, die 1856 in den Besitz der Universität gelangten.

Nach dem Tod von Müller wurde Friedrich Wieseler (1811-1892) mit der Betreuung der Sammlung bedacht. Ab 1842 teilte Wieseler sich diese Aufgabe mit dem neuen Ordinarius, dem Altphilologen und Althistoriker Karl Friedrich Hermann (1804-1855). Hermann widmete sich der Münzsammlung und Wieseler der antiken Kunst. Wieseler leitete das Archäologisch-numismatische Institut und dessen Sammlungen bis in das Jahr 1889. Anlässlich eines Jubiläums wurde 1887 ein vollständiger Katalog (Hubo, G. 1887) der Bestände mit 1.554 Nummern publiziert .

In der Amtszeit von Wieseler gelangten einige bedeutende Stücke in die Sammlung des Instituts. So konnte aus der Sammlung von Heinrich Dressler römische Keramik erworben werden und aus der Sammlung Fontana in Triest 73 Gefäße, die im Jahre 1888 vom Königlichen Unterrichts-Ministerium in Berlin angekauft und dem Göttinger Institut überlassen wurden sowie eine Sammlung von geschnittenen Steinen und Pasten (Gemmen) der griechisch-römischen Antike. Unter dem Nachfolger von Wieseler dem Philologen Karl Dilthey (1839-1907) gelangten von dessen Italienreisen zahlreiche weitere Kunstwerke in die Sammlung. So gelangten über Ankäufe aus Versteigerungen Artefakte aus den Sammlungen Margaritis und Vogell in die Sammlung in Göttingen.

Wie zahlreichen anderen Institutionen, wurden auch dem Archäologischen Institut in Göttingen von den Berliner Museen Dubletten aus Heinrich Schliemanns (1822-1890) Sammlung trojanischer Altertümer überlassen. Als Gustav Körte 1907 nach Göttingen berufen wurde, bekam das Institut einen Neubau, der 1912 eröffnet wurde. Bis zu seinem Tod 1917 konnte Körte zahlreiche Stücke für die Sammlung erwerben und die wissenschaftliche Aufarbeitung der antiken Artefakte vorantreiben. In der Amtszeit von Hermann Thierschs (1918-1939) kamen durch den Ersten und Zweiten Weltkrieg kaum neue Stücke in die Sammlung. Allein der Nachlass des Archäologen Johannes Boehlau (1861-1941) gelangte nach dessen Tod 1941 in die Sammlung.

In der Endphase des Zweiten Weltkrieges wurde die Sammlung des Archäologischen Instituts der Universität Greifswald nach Göttingen ausgelagert. Kurz vor dem Fall der Mauer im Jahre 1989 gelangten die antiken Artefakte im Zuge des deutsch-deutschen Abkommens zurück nach Greifswald, dessen Archäologisches Institut 1964 aufgelöst worden war.

In Göttingen übernahm 1945 Rudolf Horn (1903-1984) die Leitung, doch konnte dieser in der schwierigen Zeit nach dem Krieg keine nennenswerten Neuerwerbungen tätigen. Im Jahre 1967 wurden zum zweihundertjährigen Jubiläum der Sammlung von Horn und seinen Kollegen im Archäologischen Anzeiger eine Aufstellung der Neuerwerbungen veröffentlicht. Der Privatsammler Benno Markus (1921-1989), Strahlenbiologe und Professor an der Universität Göttingen vermachte dem Institut seine Sammlung mit zahlreichen kleinplastischen Werken.

Seit 1979 findet sich eine der ältesten privaten Antikensammlungen Deutschland als Dauerleihgabe in der Sammlung des Archäologischen Instituts in Göttingen. Diese Antikensammlung hatte der Sammler Johann Ludwig Graf von Wallmoden (1736-1811) angelegt. Wallmoden hatte seine Erziehung in England genossen und im Zuge seiner „Grand Tour“ eine Skulpturenkollektion zusammengestellt, wie viele seiner englischen Standesgenossen zu jener Zeit. Nach seinem Tod erwarb König Georg III. (1738-1820) die antiken Artefakte und noch heute sind die Skulpturen im Besitz des Welfenhauses. Obwohl die Antikensammlung in Göttingen einige seltene Schätze birgt, ist diese vor allem auf die Bedürfnisse von Lehre und Forschung hin ausgerichtet und somit auf die Anschauung und Belehrung von typischen Inhalten. 
  
Publikationen
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