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Historischer Karzer

Allgemein
BezeichnungHistorischer Karzer
UniversitätGeorg-August-Universität Göttingen
UniversitätsortGöttingen
Museums- und SammlungsartKulturgeschichte & Kunst
Museums- und SammlungsformKarzer
SammlungsschwerpunktUniversitätsgeschichte
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AdresseHistorischer Karzer
Georg-August-Universität Göttingen
Wilhelmsplatz 1
37073 Göttingen 
ÖffnungszeitenBesichtigungen ausschließlich im Rahmen der Stadtführungen des Tourist-Office der Stadt Göttingen (Altes Rathaus) 
KontaktMarietta Fuhrmann-Koch (Pressestelle)
pressestelle@uni-goettingen.de
Telefon: +49 (0) 551 39 4341
Fax: +49 (0) 551 39 4251
BeschreibungHinter der klassizistischen Fassade des Aulagebäudes der Göttinger Universität befindet sich ein historische Karzer. An der Rückseite des Westflügels sind die acht engen Zellen zu finden, in denen immer wieder Studenten über ihre Verfehlungen nachdenken und Buße tun mussten. Bis heute zeugen Kohle- und Kreidezeichnungen sowie Inschriften – Wappenbilder, farbige Gemälde, Karikaturen und viele Schattenriss-Porträts mit Namen und Haftzeit – vom damaligen Studentenleben, von den Missetaten und Sehnsüchten der Insassen. Der Göttinger Karzer zählt zu den am besten erhaltenen Universitätsgefängnissen in Deutschland; doch sein Bestand ist gefährdet. Die Wandzeichnungen verblassen, Licht und Feuchtigkeit haben ihre Spuren hinterlassen. Restaurierungsarbeiten sind nötig, für die allerdings die Mittel fehlen.

Website der Universität 
Stand der InformationenApril 2012
  
Bestände
Objektgruppen
Bedeutende TeilbeständeTeilbestände sind nicht vorhanden.
  
Geschichte
GeschichteZu allen Zeiten wurde an Universitäten nicht nur gelernt, sondern auch fröhlich gelebt und dabei gegen Regeln der bürgerlichen Ordnung verstoßen. In den ersten 200 Jahren ihres Bestehens besaß die 1737 gegründete Georgia Augusta durch königliches Privileg die alleinige Gerichtsbarkeit über ihre Angehörigen. Die Göttinger Studenten bezahlten ihre Missetaten mit Aufenthalten von bis zu 14 Tagen Dauer im Universitätsgefängnis, dem Karzer. Die Liste der Vergehen war lang: Beleidigungen, öffentliche Trunksucht und nächtliches Lärmen, ständiger Unfleiß und zu schnelles Reiten in der Stadt gehörten dazu.
Der Karzer befand sich zunächst im Konzilienhaus der Universität an der Prinzenstraße. Der spätere Reichskanzler Otto von Bismarck (1815-1895) büßte hier unter dem Dachgiebel insgesamt 18 Tage seine Verfehlungen. Bald fehlte für die zahlreichen Delinquenten der Platz. Im 1837 eingeweihten Aulagebäude am Wilhelmsplatz entstanden acht neue Karzerräume. Als es Jahrzehnte später zum guten Ton gehörte, eine Nacht im Karzer verbracht und sich auf den weiß gekalkten Wänden verewigt zu haben, wurde das alte Strafprinzip abgeschafft und die Karzertüren endgültig geschlossen.

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Publikationen
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