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Bonner Altamerika-Sammlung - Archäologisch-Ethnographische Lehr- und Studiensammlung

Allgemein
BezeichnungBonner Altamerika-Sammlung - Archäologisch-Ethnographische Lehr- und Studiensammlung
UniversitätRheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
UniversitätsortBonn
Museums- und SammlungsartEthnologie & Kulturanthropologie
Museums- und SammlungsformLehr- und Forschungssammlung
SammlungsschwerpunktAltamerikanistik · Archäologie · Ethnologie
Externe Links
AdresseBonner Altamerika-Sammlung (BASA)
Archäologisch-ethnographische Lehr- und Studiensammlung
Abteilung für Altamerikanistik und Ethnologie
Institut VII
Universität Bonn
Oxfordstr. 15
53111 Bonn
ÖffnungszeitenMi. 16-19 Uhr Fr. 14-19 Uhr Sa 12-16 Uhr An Feiertagen geschlossen.
KontaktProf. Dr. Karoline Noack (Wissenschaftliche Leitung der Sammlung)
knoack@uni-bonn.de
Telefon: +49 (0) 228 73 4414
Jennifer Schmitz (Sammlungsbetreuerin)
jschmitz@uni-bonn.de
Telefon: +49 (0) 228 735737
BeschreibungAm Institut für Altamerikanistik und Ethnologie der Universität Bonn existiert eine ethnologische Studiensammlung. Zu Beginn der 1970er Jahre umfassten die Bestände ca. 3.000 Objekte - ohne die zahlreichen Leihgaben -, deren Verteilung auf die einzelnen geographischen Großräume für Süd- und Mittelamerika etwa zwei Drittel mit ca. 2.000 Stücken ergibt, in weitem Abstand vor Afrika (vor allem Ost- und Südafrika) mit ca. 700, Ozeanien (einschließlich Australien) mit ca. 250, Asien (einschließlich Indonesien) mit ca. 90 und Nordamerika mit nur ca. 40 Stücken. Dazu kamen noch zahlreiche archäologische Fundmaterialien, die Unterrichtszwecken dienten und nicht in die Sammlungsbestände aufgenommen wurden. Heute beträgt der Umfang circa 10.000 Objekte.

Die Sammeltätigkeit für Lehrzwecke strebte - und das mag ihre bislang vorwiegend didaktische Zielsetzung verdeutlichen - keineswegs nach nur geschlossenen archäologischen Funden, oder intakten bzw. unter ästhetischen Gesichtspunkten ausgewählten Stücken. Sie begnügte sich vielmehr mit hinsichtlich der Ausgestaltung und Form charakteristischen Funden oder z.B. Textilfragmenten, um Musterkollektionen für Kulturabfolgen oder zur Veranschaulichung von Fertigungstechniken aufstellen zu können. 
SonstigesSonderausstellungen in einem speziellen Ausstellungsraum, der mit der Bibliothek des Instituts verbunden ist. Ein Großteil ist in einem Magazin unweit der Bibliothek untergebracht. Zudem gibt es die Möglichkeit, Seminare im Sammlungsraum abzuhalten, was die beste Voraussetzung für die Nutzung in der Lehre ist.

Wissenschaftliche Anfragen werden ebenfalls bearbeitet. 
Stand der InformationenMärz 2014
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungDer Bestand der Studiensammlung ist bislang zum Teil auf Karteikarten, in Inventarbüchern und in einer internen Datenbank registriert. Letztere soll bis 2010 vervollständigt werden. (Stand: März 2009) 
Bedeutende Teilbestände
  • Sammlung von Hermann Trimborn (1901-1986)
  • Sammlung von Udo Oberem (1923-1986) aus Ekuador
  • Stücke der Sammlung von Manfred Rauschert aus Nord-Brasilien
  • Sammlung von Egon Schaden aus Zentral-Brasilien
  • Sammlung von Heinz Kelm aus Bolivien
  • Sammlung von Jürgen Riester aus Bolivien
  • Teile von Sammlungen des Linden-Museums in Stuttgart
  • Teile von Sammlungen des Rautenstrauch-Jost-Museums in Köln
  • Teile von Sammlungen der völkerkundlichen Sammlung der Universität Göttingen
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1948 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteDen Anfang der Sammelaktivitäten in Bonn bildete ein so genannter "Zulu-Speer", der, nach mündlichen Quellen der Nachkriegszeit, bereits vorhanden war, als das Seminar für Völkerkunde gegründet wurde. Doch jenes legendäre Stück, welches mit den frühesten Anfängen des Seminars verbunden war und den Grundstock der späteren Lehr- und Studiensammlung bildete, galt lange Zeit als unauffindbar. 1986 fand Josef-Thomas Göller, im Rahmen seiner Magisterarbeit "Zur Geschichte der Völkerkunde an der Universität Bonn", den Speer wieder, der 1948 vom Orientalischen Seminar der Universität Bonn erworben worden war.

Ab 1954 setzte auch die planmäßige sammlerische Betätigung des Seminars für Völkerkunde ein. Sie geht zurück auf die Initiative von Hermann Trimborn (1901-1986), dem es ein Anliegen war, eine Sammlung für völkerkundliche Anschauungszwecke aufzubauen. Im Rahmen seiner eigenen Feldforschung hat er auf zahlreichen Reisen nach Südamerika ebenso wie nach Mexiko und den Isthmusländern (Isthmus von Panama) eine Fülle an sowohl ethnographischem als auch archäologischem Material zusammengetragen und damit für die völkerkundlichen Bestände die entscheidenden Akzente gesetzt.

Objekte von privaten Sammlern kamen im Laufe der Zeit hinzu. Zu erwähnen sind hier, ebenfalls aus den Anfängen der Sammlung, Stücke von Manfred Rauschert, die er während seiner Expeditionen, vorwiegend nach Nord-Brasilien, sammelte. Des Weiteren die Sammlungen, die Egon Schaden in Zentralbrasilien und Heinz Kelm während seines langjährigen Forschungsaufenthalts unter den Yuracaré, Sirionó und Ayoréode in Ostbolivien sammelten.

Im Jahre 1966 wurden die Kollektionen aus dem bolivianischen Tiefland durch Jürgen Riester mit Objekten der Chiquitano und Pauserna-Guarasug'wé ergänzt. Dazu kamen Ankäufe auf Auktionen, aus Privatbesitz, auch aus Museumsbeständen (u.a. dem Linden-Museum in Stuttgart, dem Rautenstrauch-Jost-Museum in Köln oder der völkerkundlichen Sammlung der Universität Göttingen), zum Teil mit Sondermitteln der Gesellschaft der Freunde und Förderer der rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität (GEFFRUB), nicht zuletzt Schenkungen privater Gönner und auch seitens ausländischer Universitäten, wie beispielsweise der von Melbourne in Australien. So wuchs der Bestand ohne die Leihsammlungen zu berücksichtigen bis 1961 auf knapp 2.000 Objekte. In diesem Jahr wurde eine Schausammlung eröffnet. Seit 1964 folgten zahlreiche Sonderausstellungen.

Website der Sammlung