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Universitäts-Sternwarte*

Allgemein
BezeichnungUniversitäts-Sternwarte*
Besonderer Status*Aufgelöst
UniversitätLudwig-Maximilians-Universität München
UniversitätsortMünchen
Museums- und SammlungsartNaturwissenschaft & Technik
Museums- und SammlungsformSternwarte
SammlungsschwerpunktAstronomie · Physik
Externe Links
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AdresseUniversitäts-Sternwarte München
Scheinerstraße 1
81679 München 
ÖffnungszeitenDas Betreten des Sternwartengeländes ist nur Mitarbeitern und Studenten erlaubt. 
BeschreibungDie ehemalige königliche Sternwarte zu Bogenhausen existiert heute nicht mehr. Auf dem Gelände gibt es jedoch noch einige historische Teleskope, mit denen aber bereits seit einiger Zeit keine Wissenschaft mehr betrieben wird. Dazu zählen ein Askania-Vertikalkreis, ein großer Refraktor, ein Väisälä-Schmidt-Spiegel und ein 1975 errichteter 40-cm-Coelostat, der mit einem Coude-Spektrographen in den Kellerräumen des Instituts verbunden ist. Diese Beobachtungsmöglichkeiten wurden für eine gewisse Zeit (bis Anfang der 1990er Jahre) zur Ausbildung von Studierenden genutzt.

Der Vertikalkreis befindet sich noch im Originalgebäude und wurde bis vor kurzem zur regelmäßigen Messung der Fundamentalsterne genutzt.
Website des Instituts; Häfner 
Stand der InformationenAugust 2013
  
Bestände
Objektgruppen
Bedeutende TeilbeständeDie Informationen zu bedeutenden Teilbeständen beschränken sich hier auf die Angabe der in der Sternwarte befindlichen historischen Gerätschaften, die nicht mehr zu Lehr- bzw. Forschungszwecken genutzt werden.
  • Askania-Vertikalkreis (Jahr der Aufstellung 1927)
  • ein großer Refraktor (Jahr der Aufstellung 1835)
  • ein Väisälä-Schmidt-Spiegel (Jahr der Aufstellung 1953)
  • ein 40-cm-Coelostat verbunden mit einem Coude-Spektrographen (Jahr der Aufstellung 1975, genutzt bis 1993)
  • Meridiankreis von Reichenbach (Jahr der Aufstellung 1819), heute im Institutsgebäude als Dekoration aufgebaut
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1937 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
  • 1964 Beendung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteDie Sternwarte in der Nähe des damaligen Dorfes Bogenhausen wurde im Jahre 1816 gegründet. Der Astronom und Vermessungsfachmann Johann Georg von Soldner (1776-1833) wurde ihr erster Direktor von 1816 bis 1833. Die Einrichtung unterstand zu dieser Zeit der Verwaltung der Bayrischen Akademie der Wissenschaften.

Der Platz war gut gewählt, das Gelände unbebaut und mit freier Sicht sowie wenig störendem Licht. Dieser Zustand blieb per Erlass einige Jahrzehnte erhalten. Die Sternwarte wurde mit modernsten Geräten ausgerüstet. Soldner verband eine enge Freundschaft mit dem Physiker und Optiker Joseph von Fraunhofer (1787-1826), die auch gemeinsam Experimente durchführten.

Mit dem Jahr 1828 führte der junge Astronom Johann von Lamont (1805-1879) Beobachtungen in Bogenhausen durch. Nach Soldners Tod 1933 übernahm er die kommissarische Leitung der Sternwarte, die er dann ab 1835 als Direktor führte. Seine Arbeiten über den Erdmagnetismus trugen bereits im 19. Jahrhundert zum internationalen Ruf der Sternwarte bei und Lamont baute von hier die bayrische Wetterbeobachtung auf. Außerdem ließ er eine Werkstatt zur Herstellung von Gerätschaften einrichten, was zu jener Zeit neu war. Nach 51jähriger Tätigkeit an der Sternwarte starb Lamont 1879. Er hinterließ ein umfangreiches wissenschaftliches Werk.

Hugo von Seeliger (1849-1924), der zwei Jahre nach Lamonts Tod die Leitung der Sternwarte übernahm, schloss an den Erfolg seines Vorgängers an und führte die astronomischen Forschungen in Bogenhausen zu Weltgeltung. Er blieb bis zu seinem Tod Direktor der Einrichtung.

Ende des 19. und mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts setzte eine zunehmende Bebauung des umgebenden Geländes ein, was ein störungsfreies Arbeiten immer mehr beeinträchtigte. 1937 wurde die Sternwarte der Fakultät für Physik der Ludwig-Maximilians-Universität München angeschlossen.

1964 wurde das Observatorium abgerissen und ein moderner Komplex für das Institut mit verschiedenen Laboren und Werkstätten errichtet.

Website des Instituts, Häfner